Raphael Gygax
ist der OK-Präsident des "The Little Big Festival" in Lichtensteig.
Dieses Wochenende findet wieder das Bergrennen Hemberg im Toggenburg statt. Mit dabei sind unter anderem Lars Fent und Matthias Bischofberger. Beide gehen zum zweiten Mal an den Start.
Die Begeisterung für den Motorsport wurde Matthias Bischofberger praktisch in die Wiege gelegt. Sein Vater fuhr selbst Autorennen und wird auch dieses Jahr am Bergrennen Hemberg teilnehmen. «Ich war schon immer Fan von Motoren», sagt der 22-Jährige. Mit der Strecke verbindet Bischofberger zudem persönliche Erinnerungen. Als Kind wohnte er in Hemberg, die Rennstrecke war damals sein Schulweg. «Es fühlt sich noch heute nach zuhause an», erzählt Bischofberger. Ausserdem fahre er die Strecke regelmässig mit dem Motorrad. Auf den Heimvorteil verlässt sich Bischofberger aber nicht, er bereitet sich gewissenhaft auf das Rennen vor. Dafür fährt er die Strecke vorab ab, und geht sie mehrmals im Kopf durch. Ebenso wichtig ist es ihm, körperlich fit zu sein. «In meinem Auto gibt es keine Klimaanlage, an heissen Tagen wird es da drin schnell mal an die 40 Grad», erzählt er. Wer dann nicht fit sei, könne schnell an seine Grenzen kommen. Generell ist der Motorsport mit Risiko verbunden, das ist sich Bischofberger bewusst: «Man fordert ein Unglück eher heraus, als wenn man daheim auf dem Sofa sitzt.» Aber das ist es ihm wert: «Man soll das tun, was einem Freude macht.»
Trotzdem versucht Bischofberger, nichts unnötig zu riskieren. Sein oberstes Ziel am Bergrennen Hemberg ist es, oben anzukommen. «Wenn ich eine halbe Sekunde schneller bin und dafür in einem Baum lande, bringt es mir auch nicht viel», fasst er zusammen. Ohne Ehrgeiz fährt er dennoch nicht. Auch wenn der Spass an oberster Stelle steht, würde sich Bischofberger im Vergleich zu seiner ersten Teilnahme im letzten Jahr gerne steigern. Und wie er selbst sagt: «Gewinnen tut jeder gerne.» Ein besonderes Highlight erlebt Bischofberger bereits vor dem Rennwochenende. Sein Fahrzeug ist auf dem diesjährigen Rennplakat zu sehen. «Das ist ein cooles Gefühl», sagt er stolz. «Das Plakat hängt an vielen Orten, und es ist toll, überall mein eigenes Auto zu sehen.»
Der Gestalter dieses Plakats, Lars Fent, nimmt ebenfalls am Rennen teil. Der 25-Jährige wohnt im Aargau, hat aber Familie in Hemberg. Mit dieser verfolgte er jeweils das Rennen vor Ort. Neben dem Motorsport begeistert sich Fent seit jeher für Gestaltung und Design. Deshalb war sein Blick bei den Rennen nicht nur auf die Fahrzeuge gerichtet, sondern auch auf die Werbeplakate. «Ich fand sie meistens etwas langweilig und unauffällig», erinnert sich Fent. Schliesslich ergriff er selbst die Initiative, kontaktierte die Organisatoren und präsentierte ihnen einen eigenen Gestaltungsvorschlag. Mit Erfolg: In diesem Jahr gestaltet er das Plakat bereits zum dritten Mal. Besonders wichtig ist ihm dabei ein klares und auffälliges Design. Das Datum und die wichtigsten Informationen sollen sofort ins Auge springen. Ansonsten habe er beim Gestalten kein fixes Konzept. Von den Verantwortlichen erhält er jeweils ein Fahrzeug eines Sponsors, das darauf sein muss. «Dann zeichne ich einfach mal drauf los und schaue, was dabei herauskommt», so Fent. Das Plakat soll einerseits treue Besucherinnen und Besucher ansprechen und andererseits das Interesse derjenigen wecken, die das spektakuläre Bergrennen im Toggenburg noch nicht kennen.
Dass er gleichzeitig auch selbst am Start steht, ist für Fent besonders schön: «Als ich letztes Jahr zum ersten Mal mitfahren konnte, ging für mich ein Traum in Erfüllung.» Er betont aber auch, dass es ihm dabei hauptsächlich um den Spass gehe. «Ich fahre nicht die ganze Saison und trainiere sicherlich auch nicht so viel wie andere», sagt Fent. «Wenn ich aber schneller wäre als letztes Jahr, würde ich mich natürlich freuen.» Seine grösste Leidenschaft bleibt aber die kreative Arbeit rund um das Bergrennen. «Die Plakatgestaltung ist mir wichtiger als das Fahren», sagt er. Sollte er einmal nicht selbst teilnehmen können, wäre das für ihn kein Problem. «Dann kann ich das Rennen immer noch als Zuschauer geniessen und fotografieren, das mache ich genauso gerne.» ⋌shs
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