DJ TATANA
feierte ihren 50. Geburtstag im Entra in Rapperswil.
Am Ende muss die Rechnung aufgehen: Reto Fischer ist für die Finanzen des Bergrennens Hemberg verantwortlich. zVg
Am 8. und 9. Juni ist es wieder so weit: Auf der Strecke von Bächli nach Hemberg kämpfen Rennfahrerinnen und -fahrer um Bestzeiten. Damit am Bergrennen Hemberg alles rund läuft, braucht es viele freiwillige Helfer. Einer von ihnen ist Reto Fischer. Er ist für die Finanzen zuständig. Seine Arbeit beginnt jeweils im Vorjahr mit der Planung und endet weit nach dem Rennen mit der Abrechnung.
Reto Fischer, was genau ist Ihre Aufgabe beim Bergrennen Hemberg?
Ich bin sowohl Kassier des Vereins Bergrennen Hemberg als auch Finanzverantwortlicher des Rennens selbst. In dieser Funktion bin ich für alle geldlichen Belange, von der Budgetierung über die Abrechnung von Einnahmen und Ausgaben bis zur Finanzplanung, zuständig.
Woher kommen die finanziellen Mittel für den Verein und speziell für das Bergrennen?
Zwei Supporter-Gruppen machen das Rückgrat unserer Finanzierung aus: Sponsoring-Partner aus dem Unternehmensbereich und der «Nötli-Club», dem unsere privaten Unterstützer angehören. Was diese zu ihren Engagements motivieren, sind die Leidenschaft für den Motorrennsport, der Wunsch, sich für unsere schöne Gegend zu engagieren – oder beides.
Gibt es weitere Einnahmequellen?
Die Startgelder der Rennfahrer bilden den dritten Ertragsposten. Obwohl dieser aus geldlicher Sicht nicht die grösste Position ausmacht, hängt dennoch alles an der Bereitschaft und Motivation der Fahrer, am Bergrennen Hemberg teilzunehmen – denn ohne Fahrer, kein Rennen. Was wir hierzu bereits verraten können: Das Fahrerfeld umfasst dieses Jahr mehr als 200 Fahrerinnen und Fahrer, davon neben der inländischen Renn-Elite auch einige Spitzen-Fahrer aus dem Ausland.
Wie sieht es mit den Eintrittsgeldern aus?
Das ist ein beachtlicher Unsicherheitsfaktor. Bei den Ticket- und Gastronomie-Einnahmen kommt es besonders aufs Wetter an. Schüttet es in Strömen, kann die Veranstaltung weder nach drinnen verlagert, noch verschoben werden. Das bedeutet, dass die gesamte Finanzplanung nach monatelanger Vorarbeit in letzter Minute buchstäblich den Bach hinunter gehen kann.
Was sind bei der Mittelbeschaffung die grössten Hürden?
Die Sponsorensuche ist jedes Jahr eine Herausforderung. Denn um einigermassen ruhig schlafen zu können, benötigen wir als Basis zur Durchführung des Rennens einen sechsstelligen Betrag. Die Suche nach neuen Sponsoren und Motivation früherer, uns wieder zu unterstützen, ist sehr aufwendig. Denn unsere Veranstaltung passt weder thematisch noch in Sachen Event-Grösse so ganz ideal in die gängigen Sponsoring-Raster der finanzkräftigen Unternehmen. Für das diesjährige Rennen sind wir jedoch auf Budgetkurs. Jetzt heisst es deshalb nur noch: Daumen drücken und auf Wetterglück hoffen.
Wofür wird das Geld ausgegeben?
Die grössten Kostenblöcke sind Infrastruktur, Verkehr, Sicherheit und Helfer. Dabei erhalten wir viele Leistungen der Lieferanten, die ausschliesslich aus der Region stammen, zu Vorzugspreisen und viele Freiwillige arbeiten gratis mit. Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass die finanziellen Mittel des Bergrennens auf die eine oder andere Art der puren Leidenschaft entspringen.
Wann beginnen die finanziellen Planungen fürs Bergrennen und wann wird abgerechnet?
Die Sponsorensuche beginnt normalerweise im Herbst, die Abrechnungen direkt nach dem Rennen. Diese beschäftigt uns jedoch meist bis Ende des Jahres. Wir sind also so gut wie das ganze Jahr beschäftig.
Am Rennwochenende werden Eintritte und Einnahmen für Food und Ähnliches eingenommen. Wer ist dafür verantwortlich, wer sorgt für Wechselgeld, wer sichert den Transport ab? Kurz gefragt: Wie steht es um die Sicherheit?
Es gibt Finanzhelfer, die diskret den Geldfluss sicherstellen. Bei grösseren Beträgen werden sie durch Sicherheitspersonal begleitet. Bareinnahmen bringen wir überdies laufend zur Bank. Durch Kartenzahlungen und den Ticketvorverkauf hat sich dieser Aufwand in den letzten Jahren jedoch deutlich verringert.
Was bereitet Ihnen bei der finanziellen Planung am meisten Sorgen?
Die grösste Sorge bereitet uns jedes Jahr die Sponsorensuche. Denn jeder Franken hilft uns, das Risiko zu reduzieren. Dann muss «nur» noch das Wetter mitspielen. Denn das Verlustrisiko liegt beim Verein beziehungsweise den OK-Mitgliedern. Entgegen der landläufigen Meinung erfährt das Bergrennen Hemberg nämlich keinerlei Unterstützung seitens der öffentlichen Hand, Kultur- oder Sportfonds und hat somit auch keine Defizitabsicherung.
Und zum Schluss: Ab welchem Moment können Sie den Anlass geniessen?
Wenn der Vorverkauf gut läuft und klar ist, dass das Wetter mitspielt, werde ich zumindest vorsichtig optimistisch. Aber zum Ausspannen bleibt an den Renntagen keine Zeit. Denn während diesen bin ich komplett eingespannt, in der Finanzzentrale oder wenn ich im Dorf unterwegs bin. Dann jedoch geniesse ich die Stimmung in Hemberg in vollen Zügen. hem
Bereits zum 11. Mal findet das Bergrennen Hemberg, organisiert durch den gleichnamigen Verein und rund 350 Helfer aus der Region, am zweiten Juni-Wochenende statt. Über 200 Fahrer nehmen die rund 1758 Meter lange Rennstrecke mit 157 Metern Höhendifferenz am ersten offiziellen Lauf der Schweizer Bergmeisterschaft in Angriff. Insgesamt verfolgen jeweils durchschnittlich 8000 Zuschauer die Trainingsläufe am Samstag und die Zeitrennen am Sonntag. Der Motorrennsportanlass unterliegt den Reglementen des Verbands ASS (Autosport Schweiz) sowie übergeordnet der FIA (Fédération Internationale de l’Automobile). Infos und Tickets über www.bergrennen-hemberg.ch.
Lade Fotos..