Félix Brunschwiler
zeigt sich enttäuscht über das Nein zur Tiefgarage in Schmerikon.
Setzt sich seit 2019 für das Wohlergehen der Schule in Ebnat-Kappel ein: Schulpräsident Christian Rufer.
Seit 2019 steht Christian Rufer an der Spitze der Schule Ebnat-Kappel. Zwischen knappen Finanzen, wachsendem Schulraumbedarf und dem Einfluss von Künstlicher Intelligenz steht für ihn vor allem eine Frage im Zentrum: Wie bleibt die Schule fit für die Zukunft?
Christian Rufer, wie sind Sie zum Amt als Schulpräsident von Ebnat-Kappel gekommen?
Mein Vorgänger, den ich persönlich kannte, hat mich darauf angesprochen und mir zugetraut, diese verantwortungsvolle Funktion zu übernehmen. Da mich die Möglichkeit motivierte, meine Erfahrungen in eine kommunale Aufgabe einzubringen, habe ich mich dann der Wahl gestellt. Nun bin ich seit 2019 im Amt.
Was sind dort Ihre Hauptaufgaben?
Die sind sehr vielseitig. Es gibt die klassische Büro- und Administrationsarbeit, wie zum Beispiel Sitzungen, Organisation und Führungsaufgaben. Wesentlich spannender finde ich aber die Zusammenarbeit mit der Schulführung und die strategische Arbeit mit der Bildungskommission und dem Gemeinderat. Es geht darum, unterschiedliche Perspektiven zusammenzuführen, Entscheidungen vorzubereiten und die langfristige Entwicklung der Schule im Blick zu behalten. An sich arbeiten die Schulen grösstenteils selbstständig. Die Schulleitung hat hohe Führungskompetenzen. Ich schreite nur dann ein, wenn die Schule eine Situation mit einem Kind, Eltern oder externen Partnern nicht selbst lösen kann.
Und welche dieser Aufgaben nehmen aktuell am meisten Zeit in Anspruch?
Die Schulraum- und die Budgetplanung. Bei der Schulraumplanung müssen wir uns mit der Entwicklung der Schülerzahlen, den pädagogischen Anforderungen, der Infrastruktur, der Nutzung bestehender Gebäude und natürlich auch mit den finanziellen Möglichkeiten der Gemeinde auseinandersetzten. Hier stellt sich auch die Frage, wie in 20 Jahren unterrichtet wird. Die Betreuung wird individueller und die Bedürfnisse der Kinder ändern sich. Schon jetzt haben wir mehrere Lehrpersonen pro Klasse, was natürlich auch teurer ist. Beim Budget geht es darum, sinnvoll zu investieren, ohne den finanziellen Rahmen zu sprengen. Schule ist eine langfristige Investition, gleichzeitig müssen wir aber verantwortungsvoll mit den öffentlichen Mitteln umgehen.
Dabei gibt es sicherlich auch Herausforderungen.
Definitiv. Besonders fordernd ist für mich der gleichzeitige Wandel von Bildung und Gesellschaft. Familienmodelle, Erwartungen der Gesellschaft, Digitalisierung, neue Technologien und Künstliche Intelligenz verändern die Rahmenbedingungen, unter denen Schule heute funktioniert. Das Bildungssystem hingegen ist stärker reguliert und kann sich nicht im gleichen Tempo verändern. Die zentrale Frage lautet deshalb: Wie können wir die notwendige Stabilität und Qualität der Schule erhalten und gleichzeitig angemessen auf gesellschaftliche Veränderungen reagieren?
Wie sehr beeinflusst denn die KI das Schulwesen?
Die langfristigen Auswirkungen können wir heute noch nicht vollständig abschätzen. Ich denke aber, dass sich das Stellenprofil von Lehrern mit KI verändern wird. Tests korrigieren und Arbeitsblätter erstellen wird weniger aufwendig, dafür werden neue digitale Kompetenzen erforderlich. Das bedeutet nicht, dass Technologie den Unterricht ersetzen soll. Viel wichtiger ist es, diese pädagogisch sinnvoll zu nutzen.
Hat sich auch die Zusammenarbeit mit den Eltern verändert?
Ja, ganz klar. Viele Eltern bringen heute andere Vorstellungen von Schule und Erziehung mit. Einige verfügen selbst über eine längere Bildungs- und Berufserfahrung und haben dadurch entsprechende Erwartungen an die Schule. Für junge Lehrpersonen kann das manchmal anspruchsvoll sein. Umso wichtiger sind klare Rollen, gegenseitiger Respekt und eine offene Kommunikation.
Und wie funktioniert die Zusammenarbeit mit der Gemeinde und dem Kanton?
Der Kanton setzt einen wichtigen Teil der gesetzlichen und organisatorischen Rahmenbedingungen. Schwierig ist dabei, dass die Vorgaben nicht immer eins zu eins auf die lokalen Verhältnisse übertragbar sind. Was für städtische Strukturen sinnvoll ist, passt nicht zwingend gleich gut zu einer ländlich geprägten Gemeinde. Da ich auch im Gemeinderat bin, arbeiten wir gut mit der Gemeinde zusammen. Das ist eine wichtige Voraussetzung für die Weiterentwicklung der Schule.
Zum Schluss: Welche langfristigen Ziele haben Sie für die Schulgemeinde Ebnat-Kappel?
Eine qualitativ gute, zukunftsorientierte und gleichzeitig finanziell tragbare Schule. Dazu gehören für mich eine vorausschauende Schulraumplanung, eine solide finanzielle Grundlage und Rahmenbedingungen, die den Lehrpersonen und der Schulleitung eine professionelle Arbeitsausführung ermöglichen. Gleichzeitig muss die Schule in der Lage sein, auf gesellschaftliche Veränderungen zu reagieren.
Shannon Senn
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