Sina Ziegler
aus Kaltbrunn absolvierte ihre erste Langdistanz am Ironman Switzerland in Thun.
Per Anfang Jahr hat Philip Abderhalden die Garba A. Herrsche AG übernommen. Er möchte an mehreren kleinen Stellschrauben den Betrieb in die Zukunft führen und hat erkannt, dass die Vielseitigkeit einer kleinen Firma durchaus ein Bonus bei neuen Mitarbeitenden darstellen kann.
Der Nachname ist eigentlich aus der Region, aber der Lebensweg von Philip Abderhalden hat ihm manche Erfahrung beschert: Weil seine Eltern nach Amerika ausgewandert sind, ist er bis zur High School im Alter von 19 Jahren dort zur Schule gegangen. Danach ging es ins Bündnerland, wo er eine Berufsbildung absolvierte. Als Abderhalden 2015 von seiner Mutter gehört hat, dass Albert Herrsche für seine AG, das Gartenbauunternehmen Garba in Ebnat, einen Nachfolger sucht, dachte er sich aber: Warum nicht. Nach ein paar Probearbeitstagen merkten beide schnell, dass dies passen könnte. Der ursprüngliche Beweggrund für den Umzug in die Region war also der Job und die Aussicht, das Geschäft dereinst zu übernehmen.
In den vergangenen zehn Jahren hat er sich nicht nur mehr Fachwissen aneignen können, sondern hat auch die Region und die Kunden besser kennengelernt. «Vom Engadin ins Unterland ist halt schon ein Unterschied», beschreibt er dies. Im Januar wurden dann die letzten Papiere unterzeichnet, damit Abderhalden die Garba A. Herrsche AG übernehmen konnte. Albert Herrsche verbleibt noch mindestens ein Jahr als Angestellter im Betrieb und steht bei Fragen zur Verfügung.
Die nun gewonnene berufliche Selbstständigkeit liegt Abderhalden: «Es war nicht beängstigend, diesen Schritt zu machen.» Auch sei er nicht der Typ, um einfach einen Auftrag entgegenzunehmen und ihn auszuführen: «Sowas wird mir dann schnell langweilig.» Im Gegenteil, lieber möchte er verschiedene Optionen beraten und dann, zusammen mit den Kunden, die beste Option finden. In einem nächsten Schritt möchte der Vater einer jungen Tochter die Maschinen und Geräte des Unternehmens erneuern: «Die bisher eingesetzten sind etwas in die Jahre gekommen.» Ausserdem möchte er die Räumlichkeiten noch etwas anpassen, zum Beispiel einen Aufenthaltsraum für Angestellte einrichten und weitere Anpassungen an der Infrastruktur vornehmen. Was für die Kunden wohl am offensichtlichsten sein wird: Momentan ist ein Grafiker daran, das Firmenlogo anzupassen. Anstatt weiss-grün wird eine modernisierte Version des aktuellen Logos in schwarz-grün präsentiert. Man darf gespannt sein, wie es dann aussieht, wenn es fertig ist. Momentan arbeiten dreieinhalb Leute für das Unternehmen. Die ideale Grösse sieht Abderhalden bei fünf Mitarbeitenden. «So können wir die Qualität hochhalten und sind trotzdem noch familiär unterwegs.» Die Kunden würden es zu schätzen wissen, wenn der Chef im Garten steht: «Wir hören es oft, dass unser Team sehr gut harmoniert.»
Mittelfristig sieht er auch den Bedarf für eine «neue rechte Hand» im Betrieb. Da sieht er auch eine Verbindung zu den neuen Maschinen und Geräte: «So können wir attraktiv werden für gute Mitarbeitende.» Ausserdem kann er sich für später auch gut vorstellen, Lehrlinge auszubilden. Gegen ein grösseres Team sträuben würde sich Abderhalden nicht. Aber wenn das geografische Einzugsgebiet zu gross würde, «müsste man jeden Morgen und Abend duzende Kilometer machen, was in unserer grünen Branche nicht ökologisch wäre.» Er würde einen anderen Weg wählen und wohl eher eine Zweigniederlassung eröffnen. Offen wäre er auch für ganz andere Geschäftsformen. Er könnte sich zum Beispiel ein Franchising zur Vergrösserung des Einzugsgebietes vorstellen – etwas, was man in seinem Berufszweig weniger oft antrifft als zum Beispiel in der Gastronomie, gemäss seiner Aussage aber in den letzten Jahren in der Branche doch immer häufiger vorkommt.
Was er hingegen gar nicht möchte, sind verschiedene Teams für verschiedene Aufgaben. Manche Unternehmen haben ein Team für die Pflege und den Gartenbau: «Die Teams kennen sich dann teilweise gar nicht, oder der Baggerfahrer hat keine Ahnung von den Pflanzen.» Da die Garba AG aber alles mache, sei der Job auch vielseitig und somit attraktiv. So führt das Unternehmen Projekte zur Pflanzenpflege, Baumpflege, Herbstschnitte, die Einwinterung, Obstbaumpflege, den Bau von Mauern und Plätzen, Biotopen, Kinderspielplätzen und natürlich auch die komplette Neugestaltung eines Gartens nach Kundenwünschen durch.
Etwas, worüber sich der 41-Jährige gar keine Gedanken macht, ist dieZukunft der Branche. Klar, eine KI könne ja auch keinen Strauch zurechtschneiden. «Darum werden wir in der Gärtnerbranche immer Arbeit haben», so Abderhalden. Wenn man eine gute Qualität liefere, müsse man sich auch keine Sorgen um seine Zukunft machen. Dies scheint zu stimmen, wie die Auftragslage beweist: «Für das Jahr 2026 kommen wir an unsere Grenzen, es sei denn, wir finden zu uns passende Mitarbeitende zur Bewältigung der vielen Anfragen.» ⋌Alex Schüpbach
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