Sina Ziegler
aus Kaltbrunn absolvierte ihre erste Langdistanz am Ironman Switzerland in Thun.
«Wenn ich mit Kunden über ihre Grabsteinwünsche rede, dann nehme ich mir viel Zeit», erzählt Aurel Widmer. Ein Gedenkstein ist so einzigartig wie der Mensch, an den er erinnern soll. Darum sei jedes Stück, das das Atelier in Brunnadern verlässt, ein Unikat.
Seit 40 Jahren fertigt das Familienunternehmen Widmer Grabsteine an. Franz Widmer gründete den Bildhauerbetrieb und zog 1986 mit seinem Atelier nach Brunnadern. Im Frühjahr 2016 stieg Sohn Aurel in den Familienbetrieb ein und führt heute das Unternehmen mit fünf Mitarbeitern. «Wir sind sehr stolz darauf, dieses alte Kunsthandwerk weiterzuführen und unsere Kunden mit einzigartigen und individuell ausgeführten Arbeiten zu begeistern», sagt er. Grabsteine ab Katalog sind bei Widmer nicht erhältlich: «Jedes Stück wird in traditioneller Handarbeit hergestellt.» Bei der Anfertigung werde darauf geachtet, dass das Kunstwerk den Verstorbenen symbolisch wiedergibt. Darum stehe am Anfang jeden Auftrags ein ausführliches Gespräch mit den Angehörigen. Ihre Erinnerungen und Ideen seien wichtig, so Widmer, denn ein Grabmal ist zum einen eine einmalige Entscheidung und muss zum anderen auch für die Hinterbliebenen stimmig sein.
Ein Grabstein ist eine sehr persönliche Angelegenheit, noch lange wird er an die Person erinnern, für die er angefertigt wurde. Im Atelier von Aurel Widmer wird jedes Stück in Handarbeit gefertigt. Form, Farbe, Struktur und Verzierung sind dabei unterschiedlich. Nicht jeder Stein ist gleich beschaffen. Es kommt unter anderem auf das Material an. «Wir arbeiten fast ausschliesslich mit einheimischen Steinen», so Aurel Widmer. Oft fahre er persönlich in die Steinbrüche und wähle das Material aus. Kalkstein lässt sich im Toggenburg finden. Roter Schiefer kommt in Mels vor, Muschelkalk stammt aus dem Aargau. Wir arbeiten auch viel mit dem wunderschönen Buntmarmor aus Domodossola.
Viele seiner Kunden lassen sich Zeit bei der Auswahl eines Grabsteins. Oft sei schon einige Zeit verstrichen seit dem Todesfall, weiss Widmer zu berichten. Wenn sie dann zu ihm kommen, dann sei es wichtig, ob sie sich Gedanken gemacht haben über die Grabstätte oder ob sie unvorbereitet kommen. Im zweiten Fall liegt es an Aurel Widmer, im Gespräch herauszufinden, was der Verstorbene für ein Mensch gewesen ist. Dabei ist es wichtig, zu erfahren, welchen Beruf er ausübte, ob er Hobbys hatte oder was ihn mit der Region verband. Je nachdem wird ein Vorschlag erarbeitet: filigran, schlicht, abstrakt oder mit anderen Materialien bestückt. Bei der Gestaltung sind keine Grenzen gesetzt, oft gebe das Rohmaterial die spätere Form vor und das Bauchgefühl entscheide, wie ein Motiv auf dem Stein am besten zum Tragen kommt. Besonders beliebt seien im Toggenburg Landschaftsreliefs, oft mit den sieben Churfirsten. In der grosszügigen Ausstellung in Brunnadern kann sich die Kundschaft inspirieren lassen. Von der ersten Idee bis zur Umsetzung kann einige Zeit vergehen, in der Regel ist der Grabstein aber in sechs Wochen fertig und kann an der letzten Ruhestätte gesetzt werden, erklärt Widmer.
Aurel Widmer ist es wichtig, dass jeder Auftrag vom ersten Kontakt bis zum Aufstellen eine persönliche Angelegenheit ist. Denn das Auswählen eines Grabmals für einen geliebten Menschen ist nicht alltäglich. Daher ist es wichtig, sich bei dem Prozess achtsam begleiten zu lassen. In einem persönlichen Gespräch werden Ideen, Wünsche, Emotionen und Vorstellungen in Ruhe besprochen. Jedes Grabmal wird anschliessend individuell gefertigt und ist ein Unikat mit persönlicher Geschichte.
Widmer Bildhauer, Unterdorfstrasse 7, Brunnadern, Tel. 071 374 23 71 oder 076 309 90 60
info@widmer-bildhauer.ch, www.widmer-bildhauer.chwww.widmer-bildhauer.ch
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