Félix Brunschwiler
zeigt sich enttäuscht über das Nein zur Tiefgarage in Schmerikon.
Die angekündigte Schliessung des Tanzboden-Skilifts bedeutet für Ebnat-Kappel das Ende einer Ära. Aus Sicht des Verkehrsvereins ist sie jedoch kein Grund, den Wintertourismus abzuschreiben. Stattdessen soll sich die Region künftig noch stärker auf naturnahe Angebote konzentrieren.
Ebnat-Kappel Der Tanzboden-Skilift war während Jahrzehnten ein wichtiger Bestandteil der Wintersport-Destination Ebnat-Kappel. Besonders in den 1980er- und 1990er-Jahren waren die Skigebiete Girlen und Tanzboden weit über die Region hinaus bekannt. Mit der Schliessung der Girlen-Lifte und den zunehmend schneearmen Wintern verlor das alpine Angebot jedoch an Bedeutung. «Die Gründung der Genossenschaft Familienskilift Tanzboden im Jahr 2011 zeigte deutlich, dass die lokale Bevölkerung den Lift unbedingt am Leben erhalten wollte», sagt Patrick Zollinger, Präsident des Verkehrsvereins Ebnat-Kappel. Dank grosser Solidarität
seien damals finanzielle Reserven geschaffen worden, um auch mehrere schneearme Winter überstehen zu können.
Doch die Entwicklung der vergangenen Jahre habe gezeigt, dass selbst dieses Polster den veränderten Klimabedingungen nicht standhalten konnte: «Die geringe Zahl an Betriebstagen hat dazu geführt, dass
die Reserven aufgebraucht sind.» Trotz umsichtiger Führung sei deshalb die Schliessung angekündigt worden. Weitere Details erwartet Zollinger an der Generalversammlung der Genossenschaft Ende Oktober. Für die touristischen Anbieter der Region komme die Entwicklung allerdings nicht überraschend. Viele Betriebe hätten sich bereits während der Corona-Pandemie und in den schneearmen Wintern der vergangenen Jahre neu ausgerichtet. «Die Anbieterinnen und Anbieter werden ihre Gruppenunterkünfte auch ohne den Skiliftbetrieb weiterführen können», so Zollinger. Der Wintertourismus in Ebnat-Kappel sei ohnehin längst breiter abgestützt als nur auf den alpinen Skisport. Die gute Erreichbarkeit mit dem öffentlichen Verkehr und die Nähe zu den höher gelegenen Skigebieten im Toggenburg blieben wichtige Standortvorteile. Gleichzeitig werde das Gebiet Tanzboden seit Jahren für Tourenski- und Schneeschuhtouren genutzt. Auch Winterwandern und Langlauf würden zunehmend an Bedeutung gewinnen. «Diese Gäste suchen die Ruhe und Abgeschiedenheit der Natur. Die ist in Ebnat-Kappel nach wie vor gegeben, auch ohne Skilift», sagt Zollinger.
Genau darin sieht er Chancen für die Zukunft. Die Naturnähe, die Thur- und Panoramaloipe sowie Winterwanderungen ohne grossen Rummel könnten künftig noch stärker vermarktet werden. «Keine Bergbahn und kein Gipfelrestaurant mit motorisierter Zufahrt zu haben, hat auch seinen Reiz», sagt er. Wichtig sei nun, die Verantwortung für die Schliessung nicht bei der Genossenschaft oder den Grundeigentümern zu suchen. «Ich bin mir sicher, dass der Skilift fortbestehen würde, wenn damals mit Petrus ein Schneefall-Vertrag ausgehandelt worden wäre», sagt Zollinger mit einem Augenzwinkern. Stattdessen wünsche er sich einen positiven Blick nach vorne. Ebnat-Kappel habe in der Vergangenheit mehrfach bewiesen, dass es sich neu erfinden könne. Projekte wie die geplante Begegnungszone «Pärkli Boule» würden zeigen, dass der Zusammenhalt im Dorf und die Bereitschaft für gemeinschaftliche Projekte nach wie vor gross seien. Für die touristischen Akteure gäbe es unterschiedliche Möglichkeiten: Sie könnten sich weiterhin als Ausgangspunkt für die umliegenden Skigebiete positionieren oder die naturnahen Wintersportangebote noch stärker fördern. Klar ist für Zollinger: Auch ohne Skilift soll
der Tanzboden ein attraktives Winterziel bleiben.
Shannon Senn
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