Félix Brunschwiler
zeigt sich enttäuscht über das Nein zur Tiefgarage in Schmerikon.
Patrick Bischoff ist Inhaber der Carrosserie Koch in Wattwil. Privat begeistert er sich für Autos, die deutlich älter sind als er selbst. Seit drei Jahren besitzt er einen 114-jährigen Ford, mit dem er trotz spezieller Technik regelmässig unterwegs ist und dabei für staunende Blicke sorgt.
Region Wenn Patrick Bischoffmit seinem 114 Jahre alten Ford unterwegs ist, dauert es meist nicht lange, bis die ersten Menschen ihr Handy zücken. Auch andere Autofahrer seien nicht genervt, obwohl er mit dem Oldtimer nicht so schnell unterwegs ist. «Sie zeigen mir beim Überholen den Daumen nach oben», erzählt der Ebnat-Kappler. Bischoff ist Inhaber der Carrosserie Koch in Wattwil und hat beruflich vor allem mit modernen Autos zu tun. Privat hingegen gehört seine Leidenschaft den Fahrzeugen aus vergangenen Zeiten. Seit rund drei Jahren gehört ihm der historische Ford. Schon lange hatte er den Wunsch, ein so altes Auto zu besitzen. Das Interesse an älteren Fahrzeugen beschäftigte ihn schon seit vielen Jahren. Früher besass er bereits verschiedene Oldtimer aus den 1950er- bis 1970er-Jahren. Sein erstes eigenes Auto, einen VW Käfer mit Jahrgang 1976, kaufte er vor rund 40 Jahren. «Ich fahre heute noch damit», sagt Bischoff stolz. An Oldtimern faszinieren ihn insbesondere die Technik, und die Frage, wie sie sich fahren lassen.
Der Ford hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Dazumal wurde er in Amerika als Auto für die Allgemeinheit gebaut. «Alle sollten sich ihn leisten können, nicht nur die Reichen», so Bischoff. Von Amerika gelangte der Wagen nach Belgien, wo er für 30 Jahre in einem Museum stand und dementsprechend nicht gefahren wurde. «Das ist für ein Auto natürlich nicht ideal.» Nach seiner Zeit im Museum wurde der Ford verkauft. Der neue Besitzer investierte Arbeit in die Restaurierung, fuhr das Auto aber ebenfalls nur wenig. Schliesslich gelangte der Wagen zu Bischoff. Das Fahren war aber zu Beginn gar nicht so einfach: Die Bedienung des Planetengetriebes ist speziell, zudem wird das Gas über einen Handhebel bedient. «Ich habe zuerst auf dem Vorplatz geübt, bevor ich mich auf die Strasse getraut habe», erinnert sich Bischoff.
Ausserdem hat das Auto keine Sicherheitsgurte. Es ist aber vorgeführt und darf offiziell auf den Strassen unterwegs sein. Obwohl der Ford 114 Jahre alt ist, hält sich der Aufwand für dessen Unterhalt in Grenzen. «Er hat nicht so viel Technik», sagt Bischoff. Das mache ihn vergleichsweise pflegeleicht. Auch Ersatzteile seien nicht unbedingt ein grosses Problem. Weil früher viele dieser Fahrzeuge gebaut wurden, gebe es noch zahlreiche Teile und Händler. Schwieriger werde es allerdings, wenn eine Arbeit ansteht, die er nicht selbst erledigen kann. «Es gibt immer weniger Spezialisten, die sich mit diesen Autos auskennen», sagt Bischoff. Regelmässig ist er mit seinem Ford draussen unterwegs. Längere Touren sind wegen der Arbeit zurzeit eher selten. Das soll sich später aber ändern. «Wenn ich einmal pensioniert bin, möchte ich unbedingt mit dem Ford in die Ferien», sagt Bischoff. Was später mit dem Fahrzeug passiert, ist noch offen. Bischoff würde sich freuen, wenn er in der Familie bleibt. «Aber die Hauptsache ist, dass diejenige Person Freude daran hat und regelmässig fährt.»
Wer den 114-jährigen Ford von Patrick Bischoff einmal hautnah erleben möchte, hat die Möglichkeit, eine Ausfahrt mit dem Oldtimer zu gewinnen. So können Sie teilnehmen: Schreiben Sie bis am 24. September eine E-Mail mit dem Betreff «Ausfahrt» und Ihrem Namen an redaktion@toggenburger-zeitung.ch. Unter allen Teilnehmenden wird eine Gewinnerin oder ein Gewinner ausgelost. Die Redaktion wünscht viel Glück!
shs
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