Sina Ziegler
aus Kaltbrunn absolvierte ihre erste Langdistanz am Ironman Switzerland in Thun.
Verstehen Sie Ihr Gegenüber noch? René Bürgin weiss, was bei Schwerhörigkeit hilft. Bild: mar
Unser Nationalfeiertag ist nun eine knappe Woche her und er fiel dieses Jahr in einen von Hitze- und Trockenperioden geprägten Sommer. Dies veranlasste unsere Behörden, an den meisten Orten in der Schweiz nicht nur ein Feuerverbot, sondern auch ein Feuerwerksverbot zu verhängen. Manch so herbeigesehntes 1. Augustfeuer und nicht minder vermisstes 1. August Feuerwerk konnte nicht entzündet werden. Dieser Umstand hatte jedoch auch Gutes. Nebst allen Tier- und vor allem Hundebesitzern, welche den Feuerwerken sicherlich nicht nachtrauern, wurden durch die nicht stattfindenden Feuerwerke mit Sicherheit auch weniger Hörschädigungen verursacht. Sehr oft stellen wir bei Hörmessungen eine sogenannte C5-Senke fest. Für die nicht Musiker, der Ton C5 entspricht genau 4186 Hertz und wir stellen oft einen massiven Abfall der Hörfähigkeit um 4000 Hertz fest. Dies wird unter Audiologen auch als Knall- oder Lärmtrauma bezeichnet. Warum das Gehör genau bei dieser Frequenz so empfindlich ist, kann man nicht mit Sicherheit sagen. Es gibt jedoch zwei gute Thesen. Unser Gehörgang kann mit einem Flötenrohr einer Panflöte verglichen werden. Wenn man da hineinbläst, hört man die Eigenresonanz dieses Flötenrohrs. Aufgrund der Resonanz unseres Gehörganges entspricht dies etwa 15-Dezibel-Verstärkung bei 4000 Hertz. Deshalb ist unser Gehör um 4000 Hertz am empfindlichsten. Der zweite Grund könnte in der Hörschnecke liegen. In ihr sind rund 15'000 Haarzellen in mehreren Bahnen aufgereiht und dienen wie Klaviertasten dazu, einzelne Töne auf die Fasern des Hörnervs zu übertragen. Die Haarzellen, welche den 4000-Hertz-Ton übertragen, befinden sich in der ersten Biegung der Hörschnecke. Hier wird der Schall wie eine Billardkugel von der Bande abgelenkt. Dies erhöht den Druck an diese Stelle und könnte mitverantwortlich sein dafür, dass diese Haarzellen schneller Schaden nehmen als andere. Fakt ist, an diesem typischen Bild im Audiogramm lässt sich ein Knall- oder Lärmtrauma erkennen. Dank der etwas ruhigeren Bundesfeier in diesem Jahr kann man also davon ausgehen, dass sich weniger Menschen aufgrund von Feuerwerk eine Schwerhörigkeit zugezogen haben. Ich hoffe, Sie haben alle einen schönen Nationalfeiertag genossen.
René Bürgin – Hörgeräteakustiker aus Leidenschaft
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