Cathrin Zimmermann
vom Tierheim Nesslau spricht über Tiere als Weihnachtsgeschenke.
Bereits seit 20 Jahren führt Verena Looser das Iversen-Tabaklädeli in Lichtensteig. In dem traditionsreichen Geschäft bietet sie Zigarren, Pfeifen, Tabak sowie Kioskartikel an. Jetzt sucht sie eine Nachfolge für den Laden.
Lichtensteig An ihren ersten Arbeitstag als Besitzerin des Iversen-Tabaklädelis erinnert sich Verena Looser noch ganz genau: den 2. Mai 2005. «Das weiss ich noch so genau, weil es der Hochzeitstag von meinem Mann und mir ist», sagt sie. Der Start ins eigene Geschäft sei für sie ein wunderbares Gefühl gewesen. «Ich war stolz darauf, selbstständig zu sein.» Da Looser schon damals in Lichtensteig wohnte, kannte sie bereits viele der Kundinnen und Kunden. «Das erleichterte mir den Einstieg enorm.»
In ihrer Anfangszeit erweiterte Looser das Sortiment. «Früher gab es nur einen kleinen Humidor mit maschinell hergestellten Zigarren», erzählt sie. Heute finden sich im Laden auch handgemachte Zigarren, was bei der Kundschaft sehr gut ankomme. Trotz E-Zigaretten und wachsendem Onlinehandel seien traditionelle Zigarren weiterhin gefragt. «Natürlich hat sich der Onlinehandel seit der Pandemie verstärkt. Aber ich habe noch immer eine treue Stammkundschaft.» Dennoch möchte Looser den Laden nun weitergeben. Da sie und ihr Mann eigentlich beide schon pensioniert sind, möchte sie sich nun dem nächsten Lebensabschnitt widmen: «Ich freue mich, mehr mit der Familie und den Enkelkindern zu unternehmen, zu reisen und mehr Zeit für meine Hobbys zu haben.» Trotzdem fällt ihr der Abschied nicht leicht. «Da steckt sehr viel Herzblut drin, es ging mir nie nur ums Geld.»
Von ihrem Nachfolger wünscht Looser sich vor allem eines: echtes Interesse. Besonderes Vorwissen über Zigarren und Tabak brauche es nicht zwingend. «Aber natürlich hoffe ich, dass es ein Tabakladen bleibt», betont sie. «Er ist der einzige in der Umgebung und man kann eine gute Stammkundschaft übernehmen.» Dafür sei sie bereit, ihr Wissen weiterzugeben und jemanden einzuarbeiten. Anfragen habe es bereits gegeben, die passende Person sei jedoch noch nicht darunter gewesen. Ihre Zeit im Iversen-Tabakädeli wird Looser immer in Erinnerung behalten – Geschichten und Anekdoten gebe es genug. «Als ich den Laden übernommen habe, wusste ich beispielsweise nicht einmal, wie man eine Zigarre anschneidet», erinnert sich Looser schmunzelnd. Unvergesslich sei auch eine Reise nach Kuba mit einem Lieferanten, bei der sie eine Zigarrenfabrik und Plantagen besuchen durfte. «Die letzten 20 Jahre waren unglaublich», schwärmt Looser. «Ich durfte viele schöne Begegnungen und Gespräche erleben und wunderbare Menschen kennenlernen. Das hoffe ich auch für meine Nachfolge.»
Auch wenn der Abschied für sie mit Wehmut verbunden ist, überwiegt bei Verena Looser die Dankbarkeit. Nach zwei Jahrzehnten voller Begegnungen, Erlebnissen und Herzblut möchte sie nun mit gutem Gefühl den nächsten Lebensabschnitt antreten – und hofft, dass jemand das Iversen-Tabaklädeli mit ebenso viel Freude und Engagement weiterführt wie sie selbst.
shs
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