Raphael Gygax
ist der OK-Präsident des "The Little Big Festival" in Lichtensteig.
Der 21-jährige Daniel Grabher befindet sich in der Ausbildung zum Sanitärinstallateur EFZ bei der Hälg & Co. AG Bütschwil. Gemeinsam mit seinem Lehrlingsverantwortlichen gibt er Einblick in einen vielseitigen Beruf mit Zukunft und zeigt, welche Fähigkeiten und Perspektiven die Ausbildung bietet.
Bütschwil Daniel Grabhers kam durch Freunde, die bereits in der Branche tätig waren, zu diesem Beruf. «Ich bin schnuppern gegangen und es hat mir so gut gefallen, dass ich gleich vier Wochen geblieben bin», erzählt Grabher. Danach bewarb er sich bei der Hälg & Co. AG Bütschwil und erhielt die Lehrstelle. Sein Arbeitstag startet bereits kurz vor sieben Uhr. Gemeinsam trifft sich das Team im Betrieb auf einen Kaffee, bevor es auf die Baustelle geht. Dort verschaffen sich die Mitarbeitenden einen Überblick über die anstehenden Arbeiten und legen los. Grabher arbeitet sowohl auf Rohbauten als auch bei Neu- und Umbauten und kümmert sich um alles, was mit Wasserleitungen und Abwasserinstallationen zu tun hat. Besonders Freude bereitet ihm dabei die Fertigmontage. «Da sieht man die grössten Fortschritte. Wenn zum Beispiel das WC montiert ist, ist die Arbeit direkt sichtbar und abgeschlossen», erklärt er. Ein spezielles Erlebnis war für ihn die Überbauung «Am Gartenweg» in Bütschwil. Es war die erste Baustelle, die er von Anfang bis Ende begleiten durfte. Dabei lernte er nicht nur die verschiedenen Arbeitsschritte kennen, sondern auch, wie man professionell mit Fehlern umgeht und gemeinsam Lösungen findet.
Zwischen Theorie und Praxis
Auch auf seine Leistungen in den überbetrieblichen Kursen (üK) ist Grabher stolz: «Dort schneide ich meist ziemlich gut ab.» Er versucht auch immer, mindestens genau so gut wie die älteren Lernenden der Hälg & Co. AG Bütschwil zu sein oder diese gar zu übertreffen. Seine Motivation ist gross: Er begann zunächst mit der zweijährigen Ausbildung und entschied sich danach, die dreijährige Lehre anzuhängen. Daneben gibt es natürlich auch Dinge, die Grabher nicht so leichtfallen. Bei gewissen theoretischen Themen, wie beispielsweise das Berechnen von Abläufen, brauche er etwas länger, bis er sie verstehe. «Zum Glück kann ich jederzeit meinen Lehrmeister fragen, wenn ich Unterstützung brauche», sagt Grabher. Gleichzeitig betont er, wie wichtig Eigenverantwortung in der Schule sei: «Man muss immer Gas geben. Die Lehrpersonen rennen einem nicht nach, wenn man sich keine Mühe gibt.» Für den Beruf braucht es nach seiner Einschätzung nicht nur handwerkliches Talent, sondern auch räumliches Vorstellungsvermögen. «Man muss sich vorstellen können, wie eine Idee des Kunden später aussieht.» Ebenso wichtig seien Interesse am Beruf und die Bereitschaft, bei jedem Wetter draussen zu arbeiten. Jugendlichen, die sich für eine Lehre als Sanitärinstallateur interessieren, gibt Grabher einen klaren Rat: «In mehreren Betrieben schnuppern und wenn möglich länger als nur einen Tag. So lernt man das Team kennen und erlebt den Arbeitsalltag über eine längere Zeit.»
Investition in die Zukunft
Dass die Ausbildung junger Fachkräfte eine zentrale Rolle spielt, bestätigt Fabian Stadler, Lehrlingsverantwortlicher bei Hälg & Co. AG Bütschwil. Er betreut die Lernenden und sieht in ihnen die Zukunft des Berufs. «Viele verlassen die Baustelle mit 30 oder 35 Jahren. Deshalb ist es wichtig, junge Leute für den Beruf zu begeistern und sie gut auszubilden», sagt Stadler. Sein Ziel ist es, den Lernenden möglichst früh Verantwortung zu übertragen und sie entsprechend ihrer persönlichen Stärken einzusetzen. «Sie sollen spüren, dass sie ein wichtiger Teil des Teams sind und nicht einfach nur günstige Arbeitskräfte.» Unterstützt werden die Lernenden sowohl auf der Baustelle durch erfahrene Monteure als auch in schulischen Themen durch ihn selbst. Einmal im Monat findet zudem ein Lehrlingsnachmittag zum Lernen statt. Stadler schätzt die Arbeit mit den Lernenden sehr: «Sie lernen gerne, sind offen für neue Ideen und probieren auch gerne aus.» Ausserdem findet er es beeindruckend, ihre Fortschritte und ihren Weg von den ersten Schnuppertagen bis zum Ende der Ausbildung mitzuerleben.
Blick nach vorne
Der Sanitärberuf entwickelt sich laufend weiter. Neue Materialien wie Kunststoffe ersetzen zunehmend Kupfer oder Stahl, gleichzeitig gewinnen wassersparende Lösungen und nachhaltige Installationen an Bedeutung. «Gleichzeitig wird immer mehr gefordert», so Stadler, «es muss alles viel schneller gehen.» Der Beruf Sanitärinstallateur EFZ bietet auch viele Weiterbildungsmöglichkeiten: Chefmonteur, Projektleiter, Sanitärmeister oder Berufsschullehrer sind nur einige davon. Grabher kann sich gut vorstellen, sich nach der Ausbildung ebenfalls weiterzubilden. Aber zuerst stehe dann das Militär an. «Danach sehe ich weiter», so Grabher.
Die Hälg Group ist seit über 100 Jahren in der Gebäudetechnik tätig und bietet Dienstleistungen in den Bereichen Sanitär, Heizung, Lüftung sowie Service und Unterhalt an. Am Standort Bütschwil werden Projekte für Wohn-, Gewerbe- und Industriebauten realisiert und Kundinnen und Kunden mit individuellen Lösungen von der Planung bis zur Umsetzung begleitet. Weitere Informationen unter: www.haelg.ch.
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