Raphael Gygax
ist der OK-Präsident des "The Little Big Festival" in Lichtensteig.
Fruchtig, spritzig und echt regional: Der Johannisbeerwein «Ribes Rubrum» von Anneliese und Paul Keller aus Mosnang beweist, dass aus einer Beere etwas ganz Aussergewöhnliches entstehen kann.
Dieser Genuss-Tipp der Chääs-Welt führt diesmal zu einem Produkt, das weit über die Region hinaus Seltenheitswert hat und bei Philipp Schneider in der «Krone» Mosnang sogar als sommerlicher «Mosliger Spritz» ins Glas kommt. Der Johannisbeerwein «Ribes Rubrum» wird in Mosnang auf dem Hof von Anneliese und Paul Keller produziert. Genau genommen bauen die beiden die Beeren auf ihrem eigenen Betrieb an und lassen diese anschliessend von einem bekannten Kelterer verarbeiten. Der Wein ist in einigen Landi-Filialen im Toggenburg, bei Widmers Bier Spezialitäten in Wil sowie im Auhof in Wagen erhältlich. Als «Mosliger Spritz» kann er zudem beim Chääs-Welt-Mitglied «Krone» Mosnang degustiert werden.
Überraschend anders
Wer an Johannisbeeren denkt, dem kommen oft die säuerlichen Beeren aus Grossmutters Garten in den Sinn. «Das ist ein Vorurteil, mit dem wir immer wieder konfrontiert werden», sagt Produzent Paul Keller. Anneliese Keller ergänzt: «Unser Wein lebt primär von seiner Süsse, Fruchtigkeit und Spritzigkeit.» Dies auch, weil die beiden bei ihren rund 1400 Johannisbeersträuchern auf die süssere Sorte «Haronia» setzen. Dass dies stimmt, schmeckt man bereits beim ersten Schluck. Der lateinische Name der Johannisbeere, «Ribes rubrum», ist zugleich der Namensgeber des Produktes. Entstanden ist die Idee, aus diesen Beeren Wein zu produzieren, vor sechs Jahren aus der Notwendigkeit heraus. Bei der ersten Ernte wurde klar, dass an vielen Rispen einzelne Beeren fehlen. Für den Grosshandel waren diese Früchte deshalb optisch nicht interessant, obwohl ihre Qualität tadellos war. «Zum Glück», ergänzt das Paar schmunzelnd. Denn genau aus dieser Herausforderung entstand das heutige Erfolgsprodukt. Für jede 50-cl-Flasche wird rund ein Kilogramm Johannisbeeren verarbeitet. Geerntet werden die Beeren innerhalb weniger Tage von Hand mit rund 20 Erntehelfern, bevor sie als Saft vergoren werden. Anschliessend braucht der Wein mindestens neun Monate Zeit, um seinen Charakter zu entwickeln.
Regionaler Sommergenuss
Auch Chääs-Welt-Mitglied Philipp Schneider setzt in seinem Restaurant «Krone» Mosnang auf den Johannisbeerwein aus dem eigenen Dorf. Was ihn daran fasziniert, ist die Einzigartigkeit und Regionalität des Produktes. Und natürlich der Geschmack. «So etwas findet man in der Schweiz kaum ein zweites Mal. Und wenn ein derart seltenes Produkt gleich noch vor der Haustüre produziert wird, ist das für uns und unsere regionale Küche natürlich perfekt», erklärt er. Gerade deshalb eigne sich der Wein hervorragend für Gäste, die gerne neue regionale Spezialitäten entdecken und schätzen. Weil der Johannisbeerwein für viele noch unbekannt ist, entstand die Idee des «Mosliger Spritz». Das Servicepersonal empfiehlt ihn gerne als sommerlichen Apéro direkt am Tisch. Das Rezept ist denkbar einfach: ein Deziliter «Ribes Rubrum», ein Deziliter Mineralwasser, Eiswürfel und einige frische Johannisbeeren als Garnitur. Auf Prosecco wird bewusst verzichtet, damit der charakteristische Geschmack der Beeren erhalten bleibt. Der «Mosliger Spritz» hat sich in der «Krone» Mosnang zu einem beliebten Sommerapéro entwickelt: leicht, erfrischend und mit einer spannenden Hintergrundgeschichte. Wer diesen Genuss-Tipp nicht nur kennenlernen, sondern auch gleich degustieren möchte, bekommt hier ein Stück Mosnang direkt ins Glas.
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