Tiziano Gerber
und die Band Band Beat the 18th suchen neue Mitglieder aus dem Linthgebiet.
Die Firmengeschichte von Heberlein ist geprägt von Neuorientierungen. 1835 als Textilunternehmen im Bereich der Garnfärberei von Georg Philipp Heberlein gegründet, eroberte es rund 100 Jahre später, ab 1932, mit der Kunstfaser Helanca den Weltmarkt.
Den Niedergang seiner Textilsparte um die Jahrtausendwende hat das Unternehmen überlebt, indem es begann, Schlüsselkomponenten für die Chemiefaserindustrie zu entwickeln, zu produzieren und zu vertreiben. Heute ist Heberlein weltweit führender Anbieter von Düsen für synthetische Endlosgarne. 8175 Mitarbeiter und eine leistungsfähige Infrastruktur in Wattwil stellen sicher, dass sich die internationalen Kunden weiterhin auf Zuverlässigkeit und Qualität verlassen dürfen. Die Marke ist bekannt für ihre hohe Kompetenz sowie für massgeschneiderte Lösungen im Textilgeschäft.
Filamentgarne, also Endlosfasern, wurden unter grosser Wärmeeinwirkung auf einer Falschzwirnmaschine mit 500’000 Umdrehungen pro Minute spiralförmig hochgedreht, fixiert – damit bleibend verformt –, um dann in der Gegenrichtung aufgedreht zu werden. Die Entwicklung des Garns war eine Erfolgsgeschichte und die Endprodukte formbeständig, pflegeleicht und von einer unvergleichbaren Elastizität. Die Idee des Kräuselungsverfahrens – fachtechnisch Texturierung genannt – wurde im Jahre 1931 patentiert und das neuartige Garn unter der Marke Helanca (He wie Heberlein und Lan wie Lana für Wolle) geschützt. Heberlein produzierte in den frühen 1960-er Jahren rund um die Uhr, jeden Tag einen Faden zweimal die Länge Erde-Mond, was pro Jahr 2'500’000 Kilogramm Helanca-Garn machte.
Der Helanca-Erfolg beruhte auf ausgeklügelter mechanischer Verarbeitung. Die Maschinen mussten jedoch zunächst entwickelt werden. Die erste, in den Wattwiler Werkstätten entwickelte, wurde 1953 in Betrieb genommen. Um 1960 entstand aus der alten Reparatur und Unterhaltsabteilung die Heberlein Maschinenfabrik. Doch die immer schwächer werdende europäische Textilindustrie beeinflusste die Produktion stark. Ab 1979 wurden keine ganzen Maschinen mehr in Wattwil gebaut. Ab dann konzentrierte man sich auf die Herstellung von Teilkomponenten.
Mit dem Aus des Maschinenbaus begann bei Heberlein die Konzentration auf die Entwicklung von Komponenten. Das Unternehmen kehrte auf die Erfolgsspur zurück. Im Jahr 1997 gründete man die Heberlein Fasertechnologie AG und konzentrierte sich wieder auf einen Kernbereich. Acht Jahre später entstand Heberlein Ceramics, wo sich wertvolles Wissen für die heutigen Heberlein Düsen anhäufte. Mit Übernahmen und Eigentümerwechsel blieb Heberlein auch im 21. Jahrhundert im Gespräch. Im Jahr 2023 übernahm eine die Anlagestiftung Renaissance das Unternehmen. Die Firma heisst seitdem Heberlein Technology AG und ist wieder ein Schweizer Unternehmen.
Das Unternehmen ist seit seiner Gründung eng mit seinem Standort und dem Toggenburg verbunden. Der Erfolg beruhte immer auch auf demn unermüdlichen Einsatz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Ihr Know-how und Netzwerk, ihr Engagement und ihre Flexibilität haben dazu beigetragen, dass sich die Firma immer wieder neu erfand und auch nach 190 Jahren noch weiter produziert, in Wattwil im Toggenburg. Am 20. September wird das Firmenjubiläum gefeiert. Die Bevölkerung ist herzlich zum Tag der offenen Tür eingeladen an der Bleikenstrasse 11 in Wattwil. Im Vorfeld des Festes gibt es einen Wettbewerb. Wer hat noch Gegenstände, die auf irgendeine Art und Weise mit Heberlein verbunden sind? Diese werden gesammelt und im Rahmen der 190-Jahr-Feier werden die besten alten oder skurrilen Dinge erkoren. Machen Sie mit, durchstöbern Sie Ihre Utensilien auf der Sucher nach Heberlein-Erinnerungen und senden Sie ein Foto per E-Mail an marina.stettler@heberlein.com geben Sie diese bei der Heberlein Technology AG an der Bleikenstrasse 11 in Wattwil ab.
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