Matthias Nowak
erklärt, warum zehn Minuten Gehirntraining pro Tag viel auswirken können.
In der Kita Benken wird schnell klar: Der Beruf Fachperson Betreuung ist weit mehr als «Kinder hüten». Er verlangt Geduld, Einfühlungsvermögen und Verantwortungsbewusstsein. Gleichzeitig bietet er abwechslungsreiche Tage und die Möglichkeit, Kinder in ihrer Entwicklung entscheidend zu begleiten.
Benken Jaclina Stubelj absolviert soeben ihr zweites Lehrjahr in der Kita Benken. Die 18-Jährige wusste schon früh, dass sie die Ausbildung zur Fachfrau Betreuung machen möchte. «Ich habe schon als Kindimmer gerne auf kleinere Kinder aufgepasst, wenn wir Besuch hatten oder jemanden besuchen gingen», erzählt sie. Die Freude daran, Kinder durch den Alltag zu begleiten und sie zu fördern, sei bis heute ihre grösste Motivation geblieben. Ähnlich ging es ihrer Kollegin Elena Gjini. Sie ist ebenfalls 18Jahre alt und zurzeit im ersten Lehrjahr: «Mit meinem kleinen Geschwisterchen habe ich oft ‘Mami’ gespielt. Da habe ich gemerkt, wie gern ich mich um Kinder kümmere.» Der Kita-Alltag ist strukturiert, aber gleichzeitig lebendig. Rituale wie der Morgenkreis, in dem über Jahreszeit und das Wetter gesprochen wird, geben den Kindern Orientierung. Nach dem gemein- samen Mittagessen folgt der Nachmittagskreis, bevor gebastelt oder draussen gespielt wird. «Mir gefällt besonders, dass die Kinder den Tag mitgestalten und mitentscheiden können», sagt Jaclina. Elena ergänzt: «Und beim Basteln sieht man gut, wie sich die Kinder entwickeln. Ihre Kreativität und das handwerkliche Geschick sind beeindruckend.»
Doch der Beruf bringt auch Herausforderungen mit sich. Trotzphasen oder Situationen, in denen Kinder nicht hören wollen, gehören zum Alltag. «Dann ist es wichtig, ruhig zu bleiben und Lösungen zu finden», erklärt Elena. Wahlmöglichkeiten zu geben, sei oft ein hilfreicher Ansatz. Beide betonen, dass ein vorgängiges Praktikum den Einstieg erleichtert: «Man kennt die Abläufe schon und fühlt sich sicherer.» Trotz der Herausforderungen überwiegt die Begeisterung. «Ich bin stolz, dass ich hier arbeiten darf», sagt Jaclina. Das Team spiele eine grosse Rolle: «Man muss sich wohlfühlen und sich gegenseitig vertrauen.» Auch Elena hebt das gute Arbeitsklima hervor: «Die Arbeit mit den Kindern macht mir jeden Tag Freude.» Für den Beruf braucht es laut den beiden vor allem eines: «Geduld», sagen sie wie aus einem Mund. Zudem sollte man flexibel, zuverlässig und sozial sein.
Unterstützt werden die Lernenden unter anderem von Kitaleiterin und Berufsbildnerin Evelyn Tremp. In der Kita Benken wird nach dem «time2learn»-Konzept gearbeitet, das klare Ziele für die dreijährige Ausbildung vorgibt. «Jede lernende Person wird individuell gefördert», erklärt Tremp. Deshalb hat in der Kita Benken auch jede Lernende eine eigene Betreuungsperson. «Wir vergleichen nicht, sondern schauen, wo jemand steht und was er oder sie braucht.» Wichtig sei auch, dass die Lernenden lernen, ihre eigenen Fähigkeiten einzuschätzen. Für Tremp steht ausser Frage, wie bedeutend der Beruf ist: «Die Anforderungen an Familien haben sich verändert, oft arbeiten beide Elternteile. Kitas übernehmen heute eine wichtige unterstützende Rolle.» Dabei gehe es nicht nur ums Kinder hüten, sondern um die frühkindliche Förderung und die Vorbereitung auf den Kindergarten. In der Kita lernen Kinder zudem wichtige soziale Fähigkeiten wie Teilen, Kompromisse eingehen und Konfliktelösen. Dabei ist auch die Zusammenarbeit mit den Eltern zentral: «Wir wollen die Familien unterstützen, und uns nicht über sie stellen» so Tremp. Sie hebt hervor, wie bedeutend die pädagogische Arbeit ist, und verweist dabei auf das Step-Konzept, nach dem in der Kita gearbeitet wird. Dieses stellt die Gleichwertigkeit von Eltern und Kind sowie den gegenseitigen Respekt in den Mittelpunkt. Tremp empfiehlt Eltern, einen entsprechenden Kurs zu besuchen – nicht als Kritik an ihrem Erziehungsstil, sondern als Chance, neue Impulse und hilfreiche Anregungen für den Familienalltag zugewinnen.
Und was raten die Lernenden Jugendlichen, die sich für den Beruf interessieren? «Unbedingt in verschiedene Kitas reinschauen, das Team muss passen», sagt Jaclina. Für sie stimmt es in der Kita Benken: «Wenn es möglich ist, würde ich nach der Ausbildung gerne hierbleiben.» Auch Elena ist überzeugt, dass es wichtig ist, sich mehrere Kitas anzuschauen: «Es ist überall anders, schnuppern lohnt sich auf jeden Fall.» Weitere Informationen zur Kita Benken finden Interessierte unter www.kita-benken.ch oder auf Instagram (kitabenken).
Bist du in der Lehre und begeistert von deinem Beruf? Möchtest du erzählen, warum du dich dafür entschieden hast und was dich im Arbeitsalltag fasziniert? Dann ist jetzt deine Chance. Die See & Gaster sowie Toggenburger Zeitung suchen Lernende aus der Region, die ihren Beruf vorstellen und anderen jungen Menschen Einblick in ihre Ausbildung geben möchten. Es können sich auch ausbildende Fachbetriebe melden.Kontakt und Informationen finden Interessierte unter redaktion@seeundgaster-zeitung.ch und redaktion@toggenburger-zeitung.ch.
⋌shs
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