Werner Knaus
freut sich als Co-OK-Präsident des Bergrennens Hemberg auf die 13. Ausgabe.
Am 29. November entscheiden die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger der Verbandsgemeinden Bütschwil-Ganterschwil, Lütisburg, Mosnang und Neckertal über die Zukunft des fast 50-jährigen Hallenbads Bütschwil. Heute, Donnerstag, fällt der Verwaltungsrat den Entscheid, welche Variante zur Abstimmung kommt.
Hallenbad Bütschwil Vor kurzem stellte der Verwaltungsrat des Hallenbads Bütschwil zwei Projektvarianten vor. Bei einer «reinen Sanierung» würden 13,9 Millionen Franken auf die Gemeinden zukommen. Bei einer «Sanierung mit Erweiterung», bei der die Wasserfläche um 40 Prozent vergrössert wird,entstünden Kosten von rund 20,2 Millionen Franken, die dann aufgeteilt werden. Parteien und Organisationen hatten dann die Gelegenheit, Stellung zu den Vorschlägen zu beziehen. Die FDP-Ortsparteien der Gemeinden Bütschwil-Ganterschwil, Lütisburg, Mosnang und Neckertal bekennen sich, zum Hallenbad und empfehlen eine Sanierung mit Augenmass weiterzuverfolgen. «Das Hallenbad braucht eine mehrheitsfähige Lösung», heisst es in einer Mitteilung. Zudem fordern sie den Verwaltungsrat zu einer ehrlichen Kommunikation auf. Der Info-Abend hätte einmal mehr auch die Unzulänglichkeiten des Zweckverband-Konstrukts vor Augen geführt. Die FDP-Ortsparteien halten daher entschieden an ihrer Forderung nach einer Umwandlung in eine AG fest. «Statt im Herbst 2020 soll Ende 2026 über ein Projekt an der Urne befunden werden», so die Ortsparteien. Der Verwaltungsrat als strategisches Führungsgremium trage damit die Verantwortung für diese jahrelange Verzögerung, mit der er das Hallenbad in eine schwierige Situation manövriert habe. Ein Nein im November könne sich das Hallenbad nicht mehr leisten, daher komme für die FDP nur eine Sanierung mit Augenmass infrage. Für die FDP-Ortsparteien zwingend ist zudem die Prüfung einer privaten Trägerschaft des Gastrobereichs. In diesem Zusammenhang sollte auch ein Selbstbedienungskonzept oder ein Kiosk ohne Gastroküche geprüft werden.
Die Mitte-Ortsparteien Bütschwil-Ganterschwil, Lütisburg, Neckertal und Mosnang empfehlen dem Verwaltungsrat, den Zweckverbandsgemeinden die Variante «Sanierung mit Erweiterung» vorzulegen. «Mit dieser Variante schafft der Zweckverband Zukunft für weitere 50 Jahre Hallenbad Bütschwil und für die Region Unteres Toggenburg», schreiben sie. Die Mitte fordert aber auch, dass im Sinne der Machbarkeit mögliche Kostenoptimierungen geprüft werden. Sollte erkannt werden, dass sich einzelne Teile des Projekts wie beispielsweise die Sauna negativ auf die Wirtschaftlichkeit des gesamten Betriebs auswirken, sollte dort auf eine Erweiterung verzichtet werden. Die Mitte-Ortsparteien sehen im Hallenbad Bütschwil ein zentrales Projekt für die Attraktivität der ganzen Region. Um diese Attraktivität zu steigern und die gemeinsamen Ziele zu unterstreichen, fordert die Mitte eine Sanierung mit Erweiterung des Hallenbads Bütschwil. Dabei wünschen sich die Ortsparteien von den Verantwortlichen in der Politik sowie auch von der Bevölkerung aller Gemeinden den nötigen Weitblick, den es braucht, um die gemeinsamen Ziele erreichen zu können. Auch die SP Alttoggenburg bekennt sich zu einer Sanierung und Erweiterung des Hallenbads Bütschwil. «Das Hallenbad ist für das Schulschwimmen unverzichtbar und stellt gleichzeitig ein zentrales Sport- und Freizeitangebot für die Bevölkerung der Region dar», so die Partei. Sparmassnahmen am falschen Ort lehnt die SP ab. Weder bei der notwendigen Asbestsanierung noch beim Sport-Café oder Sauna-Angebot sollte gespart werden.
Die SVP-Ortsparteien bekennen sich zum Hallenbad. Um dieses zu erhalten, müsse die Sanierungsvariante zur Abstimmung kommen. «Nur sie findet in allen vier Gemeinden eine Mehrheit», ist die Meinung. Seit 2017 werde die Erneuerung des Hallenbads Bütschwil geplant. Zu Beginn war die Sanierung noch mit 1,28 Millionen Franken veranschlagt, die Erweiterung mit 6,46 Millionen Franken. Seither sind die Kosten durch die Decke gegangen, heisst es in der Mitteilung der SVP. Alle vier Zweckverbandsgemeinden müssen der Variante «Sanierung» oder der Variante «Erweiterung inklusive Sanierung» bei der Abstimmung im Herbst zustimmen. «Doch die Gemeinden sind derzeit knapp bei Kasse, speziell Lütisburg», heisst es von SVP-Seiten, «deshalb muss der Verwaltungsrat jene Variante wählen, welche bei einer Abstimmung überall eine Mehrheit erreicht.» Da die Sanierung sowohl bei den Baukosten als auch beim jährlichen Defizit deutlich günstiger ist, habe nur die Sanierung eine Chance auf vier Ja-Entscheide aus Bütschwil-Ganterschwil, Mosnang, Lütisburg und Neckertal. Hinzu kommt: Bei der Sanierung steigen die Eintrittspreise nur um 5 Prozent, bei der Erweiterung hingegen um 15 Prozent. Sollte der Verwaltungsrat die Erweiterungsvariante wählen und bei einer Abstimmung Schiffbruch erleiden, mache die SVP ihn für weitere Projektverzögerungen, Mehrkosten sowie eine mögliche Schliessung des wertvollen Hallenbads Bütschwil verantwortlich.
Die IG Erweiterung Hallenbad Bütschwil empfiehlt, jene Variante zur Abstimmung zu bringen, welche eine Sanierung mit Erweiterung vorsieht und damit einen zukunftsgerichteten Ausbau der Wasserfläche sowie des Angebots ermöglicht. «Die heutige Wasserfläche des Hallenbads Bütschwil ist bereits nachweislich zu klein», teilt die IG in ihrer Stellungnahme mit. Mit der Erweiterung könne die Wasserfläche um rund 40 Prozent auf etwa 560 Quadratmeter erweitert werden. Selbst mit der Erweiterungsvariante werde dieser Bedarf noch nicht vollständig erreicht. «Bei einer reinen Sanierung würde die Wasserfläche aufgrund baulicher Anpassungen sogar leicht reduziert», schreibt die IG, «die bestehenden Kapazitätsengpässe würden damit nicht gelöst, sondern langfristig verschärft.» Die Erweiterungsvariante schaffe zudem bessere Voraussetzungen für die wirtschaftliche Zukunft des Hallenbades. Gemäss Businessplan generiere nur die Erweiterungsvariante substanzielle zusätzliche Erträge durch höhere Besucherzahlen, zusätzliche Kursangebote, attraktivere Familienangebote sowie eine bessere Auslastung der Infrastruktur. ⋌hem
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