Celina Wasser
aus Benken möchte unbedingt zurück ins Swiss-Ski-Kader.
Der Schwingsport erlebt beim Nachwuchs im Linthgebiet einen Aufschwung: Über 50 Buben und zehn Mädchen trainieren beim Schwingerverband Rapperswil und Umgebung. Für die jungen Schwinger stehen dabei nicht nur Wettkampf und sportliche Erfolge im Vordergrund, sondern auch Tradition, Freundschaft und der Spass am gemeinsamen Training.
Region Zahlreiche Jungen aus dem Linthgebiet trafen sich vergangenen Dienstag, wie jede Woche, beim Schulhaus Chastli in Schänis zum gemeinsamen Schwingtraining. Die Begeisterung für diesen Sport ist ihnen anzumerken: «Na los, behalt ihn unten!», rufen sie sich zu, feuern einander an und geben Tipps. Unter ihnen sind auch Tobias Frischknecht, Joel Meier, Silvan Holdener und Gian Oberholzer. Die vier trainieren bereits seit dreieinhalb bis fünfeinhalb Jahren mit dem Schwingerverband Rapperswil und Umgebung. Während drei von ihnen durch Freunde oder ein Schnuppertraining zum Schwingen fanden, wurde Silvan die Leidenschaft quasi in die Wiege gelegt: Sein Vater Reto Holdener war 2013 Eidgenosse. So war es nicht überraschend, dass sich auch sein Sprössling für den traditionellen Sport begeistert. Und genau dieser traditionelle Aspekt macht es für die Buben aus. «Es ist schön, mit dem Schweizer Sport etwas Traditionelles zu machen», sagt Tobias. Zudem könne man sich beim Schwingen richtig auspowern. «Es macht Spass, sich kämpferisch zu messen, ohne Gewalt anzuwenden», ergänzt Joel. Er schätzt genau diesen fairen Wettkampf. Silvan wiederum nutzt das Training auch, um sich abzureagieren, wenn er einmal schlechte Laune hat.
Nachwuchs mit Teamgeist
Wie viel Einsatz der Sport verlangt, zeigt sich im Training: Nach einigen Laufrunden zum Aufwärmen folgt das Freischwingen. «Dabei üben wir keine bestimmten Schwünge, sondern können frei schwingen und selbst entscheiden, was wir ausprobieren möchten», erklärt Gian. Anschliessend werden gezielt verschiedene Techniken trainiert. Zum Abschluss steht das Spiel «Der Verlierer geht duschen» auf dem Programm. Dabei treten jeweils zwei Schwinger gegeneinander an, während der Verlierer ausscheidet und bereits unter die Dusche geht – bis nur noch einer übrig bleibt. Neben dem Sportlichen legt der Schwingerverband Rapperswil und Umgebung grossen Wert auf Gemeinschaft. «Wir sind wie eine Familie», sagt der Nachwuchsleiter Pirmin Jud. «Und die Freundschaften bleiben bestehen, auch wenn man irgendwann mit dem Schwingen aufhört.» Seit sechs Jahren trainiert Jud den Nachwuchs und denkt nicht ans Aufhören. «Es ist für mich der dankbarste Job», sagt er. Die Jungen würden ihn auch ausserhalb des Trainings immer wieder ansprechen und sich freuen, ihn zu sehen. Gleichzeitig beobachtet Jud einen anhaltenden Aufschwung des Schwingsports. Aktuell trainieren mehr als 50 Buben und zehn Mädchen im Verband. Die Trainings finden montags und dienstags in Schänis sowie freitags in Wagen statt.
Erste Erfolge und grosse Vorbilder
Die Nachwuchsschwinger können sich bereits über erste Erfolge freuen. Viele von ihnen nehmen regelmässig an Nachwuchsschwingfesten teil. Tobias, Joel und Silvan haben dort bereits ihre ersten Zweige gewonnen. «Das machte mich sehr glücklich», erzählt Tobias. Und Joel fügt stolz hinzu: «Und ich konnte einmal im Schlussgang stehen.» Gian freute sich besonders über eine Uhr und eine Glocke, die er gewonnen hat. Bei ihren Vorbildern orientieren sich die Jungen an bekannten Grössen wie Werner Schlegel, Samuel Giger oder Armon Orlik. Doch auch frühere Schwingerkönige beeindrucken sie. «Ich habe mir Filme von Jörg Abderhalden angeschaut und glaube, dass ich ähnlich schwinge wie er», erzählt Tobias. Silvan blickt vor allem zu seinem Vater auf. «Er war Eidgenosse, und das finde ich ziemlich cool.» Ihre eigenen Ziele formulieren die vier dennoch bescheiden. Statt vom ganz grossen Triumph am Eidgenössischen zu träumen, wünschen sie sich weitere Zweige, eine Schelle, einen Festsieg oder die Teilnahme an einem Schlussgang. «Wenn wir weiterhin viel trainieren, kommen die Siege irgendwann von allein», fasst es Joel zusammen.
Am 12. September findet auf dem Aussenschwingplatz beim Schulhaus Chastli in Schänis der ESV-Schnuppertag statt. Jungen und Mädchen, die sich für den Schwingsport interessieren, können diesen dort ausprobieren. Weitere Informationen unter: www.schwingerverband.ch.
shs
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