Cathrin Zimmermann
vom Tierheim Nesslau spricht über Tiere als Weihnachtsgeschenke.
Das Bütschwiler Hallenbad aus dem Jahr 1978 muss dringend saniert werden. Bislang konnten sich die beteiligten Gemeinden nicht auf einen Verteilerschlüssel einigen.
Doch nun soll ein neben dem Sanierungsprojekt aus dem Jahr 2017 noch eine weitere Variante ausgearbeitet werden. Das hat SVP-Kantonsrat Christian Vogel aus Dietfurt bereits im Frühjahr gefordert. «Es freut mich, dass der Verwaltungsrat des Hallenbades nun neben der Erweiterung, mitsamt Sanierung, auch eine Totalsanierung prüft», sagt er. 2023 habe der Verwaltungsrat die Sanierung ohne Absprache mit der Öffentlichkeit leider verworfen und sich seither unverständlicherweise und ohne Rückhalt in der Bevölkerung nur noch auf die teurere Erweiterung konzentriert, ergänzt Vogel.
125'000 Franken stehen nun bereit, um die Totalsanierung sowie eine Erweiterung mit Sanierung auszuarbeiten. Die Projekte für diese beiden Varianten sollen bis Ende Jahr abgeschlossen sein. Dabei steht jetzt schon fest: Die Kosten steigen nochmals. «Bis anhin war die Sanierung mit 6,7 Millionen und die Erweiterung mit 13 Millionen veranschlagt», weiss Vogel, «ich rechne bei beiden aufgrund der veralteten Anlagen nochmals mit jeweils plus zwei Millionen Franken.» Er erwarte, dass nicht nur die Baukosten ermittelt werden, sondern auch das jährliche Defizit bei beiden Varianten. «Die Steuerzahler haben ein Recht zu wissen, wie viel sie später jährlich fürs Hallenbad zuschiessen müssen.»
Vogel lobt weiter, dass die neue Zweckverbandsvereinbarung zwischen den vier beteiligen Gemeinden auf Kurs sei. «Wichtig ist hier, dass die Kostenteilungen sowohl für den Bau wie auch das jährliche Defizit klar ersichtlich sind», so der 29-jährige Jurist. Er schlägt im Grundsatz einen Kostenteiler nach Grösse der Wohnbevölkerung der vier Gemeinden vor. «Das sei fair und nachvollziehbar», meint er. Weiter müssten beide Dokumente, also das Dossier mit den ausgearbeiteten Varianten (Totalsanierung und Erweiterung) sowie die neue Zweckverbandsvereinbarung, bis Ende Jahr vorliegen. Nur so kann jede Stimmbürgerin und jeder Stimmbürger nachvollziehen, wie viel seine Gemeinde vom Gesamtbetrag der Totalsanierung oder der Erweiterung anteilsmässig bezahlen muss. Christian Vogel ist sowieso der Meinung, dass der Verwaltungsrat die Stimmbürger besser informieren müsste. «Es kann nicht sein, dass nur Politiker und die Medien die Unterlagen erhalten.» Jede Bürgerin und jeder Bürger müsse alle Dokumente und Mitteilungen unkompliziert auf der Website einsehen können.
Jetzt hat sich der Fahrplan für die Hallenbad-Instandsetzung also nochmals um ein Jahr verzögert. Im Herbst 2024 war noch davon die Rede, dass im Frühling 2025 informiert und im Herbst abgestimmt wird. Der Verwaltungsrat selbst gehe nun von mehr Reparaturen. Für Vogel gilt: «Das oberste Ziel muss nun sein, dass es am neuen Abstimmungstermin Mitte 2026 eine Mehrheit – ob für Totalsanierung oder für die Erweiterung mit Sanierung – gibt.» Das müsse in allen vier Zweckverbandsgemeinden erreicht werden, sonst habe man einen «Scherbenhaufen». «Das darf nicht sein, denn unser Hallenbad Bütschwil ist sehr wertvoll für Familien und die Region», so Vogel, «zudem ist ein gutes Team am Werk.» Die Mehrheit für eine Variante in den vier Zweckverbandsgemeinden gibt es nur in zwei Fällen: Wenn der Verwaltungsrat die Totalsanierung und die teurere Erweiterung mit Sanierung als Möglichkeiten an die Urne bringt. So hat das Volk die Wahl. «Die Gemeinde Zuzwil hat es beim Hochwasserschutz ihrer Bäche so gemacht», erklärt der Toggenburger Kantonsrat. Im zweiten Fall bringt der Verwaltungsrat nur die Totalsanierung zur Abstimmung.
«Wenn der Verwaltungsrat im Frühling 2026 hingegen nur die teure Erweiterung vorschlägt, pokert er (zu) hoch», ist sich Vogel sicher. Es brauche dringend in allen vier Gemeinden ein Ja. «Und», so Christian Vogel, «der Verwaltungsrat muss sich der schlechten finanziellen Lage der vier Zweckverbandsgemeinden bewusst sein.» Eine Abstimmung einzig über die teurere Erweiterung des Hallenbades würde seines Erachtens Schiffbruch erleiden. Da es ein Zweckverband ist, dürfen alle vier Gemeinderäte ihren Bürgern eine eigene Abstimmungsempfehlung geben. Es kann daher gut sein, dass sich die vier Gemeinderäte uneinig sind. Als Beispiel führt der Dietfurter an, dass zwei Räte ihrer Stimmbürgerschaft ein Ja bei der Erweiterungsabstimmung empfehlen und zwei ein Nein. Vogel könne sich vorstellen, dass die Verantwortlichen von Lütisburg aufgrund der finanziellen Lage der Gemeinde ein Nein empfehlen. Bütschwil-Ganterschwil werde mit Sicherheit eine Erweiterung befürworten. Das hat der Gemeinderat diese Woche in den Legislaturzielen bekanntgegeben. Was Christian Vogel übrigens erstaunt: «Man gibt 125'000 Franken aus, um die Totalsanierung und die Erweiterung zu prüfen. Und der Gemeinderat Bütschwil-Ganterschwil ist – ohne dass ein Prüfbericht vorliegt – schon wenige Tage später für die Erweiterung.»
Selbst wenn alle vier Gemeinderäte ein Ja zur Erweiterung empfehlen, werden sich die Stimmbürger ihre Gedanken machen, wenn der Stimmzettel mit dem Anteil ihrer Gemeinde an der Millionen-Erweiterung in den Briefkasten flattert. «Wir sprechen hier von Millionenbeträgen für jede der Gemeinden», sagt Vogel. Aber in allen vier sehe es finanziell nicht allzurosig aus. Lütisburg habe den Bau der Turnhalle sowie den Hangrutsch der Letzistrasse zu bewältigen, zudem hat es dort im kommenden Jahr den höchsten St.Galler Steuersatz und dazu bald elf Millionen Schulden. In Mosnang herrsche die zweithöchste Verschuldung des Kantons. Zudem braucht es dort weiteres Geld für das Ärztezentrum. Im Neckertal sei das Vertrauen in die Gemeinde nach der Asylunterkunft Auboden erschüttert. Zudem wohnen viele Einwohner weit weg vom Hallenbad Bütschwil und die Schülerinnen und Schüler benutzen teilweise andere Schwimmbäder.
Und alle müssten sich schlussendlich bewusst sein: Mit dem Bau allein ist es nicht getan. «Das jährliche Defizit – ob bei Totalsanierung oder Erweiterung – zahlen weiterhin alle vier Gemeinden. «Wer das ‘Mitteilungsblatt Kirchberg’ aufmerksam gelesen hat, weiss, dass die Gemeinde zwar zwischen 500'000 und einer Million Franken an den Bau spendet, sich aber nicht am jährlichen Defizit beteiligt», mahnt Christian Vogel. ⋌hem
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