Cathrin Zimmermann
vom Tierheim Nesslau spricht über Tiere als Weihnachtsgeschenke.
Flurin Schmid von der FDP fordert einen verbindlichen Zeitplan.
Die Diskussion um die Sanierung des Hallenbads Bütschwil dauert bereits über acht Jahre. Am 4. September hat der Verwaltungsrat des Zweckverbandes Hallenbad Bütschwil die neue Zweckverbandsvereinbarung mit angepasstem Kostenteiler grundsätzlich verabschiedet. Nun drängt die FDP Toggenburg auf fixe Schritte.
Bütschwil Die neue Vereinbarung berücksichtigt sowohl die Einwohnerzahl der vier Verbandsgemeinden – Bütschwil-Ganterschwil, Mosnang, Lütisburg und Neckertal – als auch die besondere Situation der Standortgemeinde Bütschwil und der Gemeinde Neckertal. Sie wird nun von den Gemeinderäten der vier Gemeinden zur Vernehmlassung geprüft. Nach der Rückmeldung folgt die Vorprüfung durch die kantonalen Behörden, bevor die Vereinbarung dem fakultativen Referendum unterstellt wird. Die FDP Toggenburg fordert nun, dass der Verwaltungsrat des Zweckverbandes Hallenbad Bütschwil einen verbindlichen Zeitplan vorlegt und die Öffentlichkeit kontinuierlich über den Projektfortschritt informiert. «Ein Hallenbad zu betreiben ist kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit für die Gesundheit, die Schwimmausbildung von Kindern und sportliche Aktivitäten für Erwachsene», so Flurin Schmid, Präsident der FDP.
Kritisch sieht die FDP die Organisationsform als Zweckverband: Entscheidungen erfordern so Einstimmigkeit zwischen allen Gemeinden, was den Prozess verlangsamt. Schmid schlägt deshalb die Gründung einer gemeinnützigen Aktiengesellschaft vor, die schnellere Entscheide ermöglichen würde. «Es geht nicht darum, Schuldige zu suchen», betont Schmid. «Sondern darum, dass die Bevölkerung schnell eine moderne Hallenbadinfrastruktur bekommt.» Der Verwaltungsrat sieht eine Prüfung alternativer Rechtsformen derzeit nicht vor, da sich die vier Verbandsgemeinden grundsätzlich über den Kostenteiler geeinigt haben. «Auch eine Änderung der Rechtsform hätte die grundlegenden Finanzierungsprobleme bei Investitionsablehnungen nicht gelöst», erklärt Aron Gerber, Präsident des Verwaltungsrats. Die FDP könne diese Aussage nicht nachvollziehen. «Es ist auch spannend, dass der Verwaltungsratspräsident in einem Zeitungsinterview dann doch davon spricht, dass die Idee ein guter Ansatz sei», sagt Schmid.
Zusätzlich fordert die FDP mehr Transparenz: Die Öffentlichkeit soll laufend über den Projektstand informiert werden, um Vertrauen für die kommende Volksabstimmung zu schaffen. Schmid führt aus: «Wenn die Stimmbürgerschaft nicht weiss, wofür und warum sie Geld ausgeben soll, wird ein Projekt abgelehnt, was kontraproduktiv wäre.» Gerber entgegnet, dass zuletzt über den aktuellen Stand Auskunft gegeben wurde und bis zur Rückmeldung des Kantons keine wesentlichen Änderungen zu berichten seien – diese sei noch ausstehend. «Bis dahin sind uns die Hände gebunden.» Eine weitere Medienmitteilung sei für Ende Jahr geplant.
In der Zwischenzeit arbeite der Verwaltungsrat intensiv an zwei Varianten der Sanierung: einer Totalsanierung und einem Erweiterungsprojekt. Welche Variante zur Abstimmung kommt, wird im Januar entschieden. Auch die FDP hat noch keinen Favoriten: «Erst wenn beide Varianten vorgestellt und Fakten auf dem Tisch liegen, können wir eine Präferenz bilden.» Ein konkretes Ziel hat die FDP dennoch: Das Hallenbad soll zum 50-Jahr-Jubiläum 2028 erneuert eröffnet werden. Schmid ist optimistisch: «Die Behörden von Lütisburg haben beim Hangrutsch an der Letzistrasse gezeigt, dass Entscheidungen schneller umgesetzt werden können, als man denkt.» Entsprechend hält die FDP Toggenburg an diesem Ziel fest.
⋌shs
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