Celina Wasser
aus Benken möchte unbedingt zurück ins Swiss-Ski-Kader.
Mit starken Leistungen in Leysin haben Dario Lillo und Nicole Koller ihre ersten Schweizer-Meister-Titel im Elite-Cross-Country gewonnen. Für beide Mountainbiker war der Triumph ein besonderer Meilenstein in einer bislang erfolgreichen Saison.
Region An der Schweizer Meisterschaft in Leysin haben Dario Lillo und Nicole Koller ein sportliches Ausrufezeichen gesetzt. Beide holten sich erstmals den Elite-Titel im Cross-Country und dürfen nun ein Jahr lang mit dem Schweizer Meistertrikot an den Start gehen. Für Dario Lillo war das Rennen bis zuletzt offen. Gemeinsam mit Fabio Püntener setzte er sich früh an die Spitze, ehe die Entscheidung erst auf den letzten Metern fiel. «Niemand war stark genug, um den anderen zu distanzieren», erzählt Lillo. Erst in der letzten Kurve gelang ihm das entscheidende Überholmanöver zum Sieg. Der Titel bedeute ihm sehr viel: «Das war eines der Ziele, die ich unbedingt einmal erreichen wollte.»
Erfolgreiche Taktik
Auch Nicole Koller gewann in einem ungewohnt taktischen Rennen. Nach den Erkenntnissen aus dem Short Race entschied sie sich bewusst für eine eher passive Strategie. Sie liess zunächst Alessandra Keller die Führungsarbeit übernehmen und setzte erst in der Schlussphase ihre Attacke. «Normalerweise wird nicht so taktiert», sagt Koller. Als sie in der vorletzten Runde auf Kellers Angriff reagieren und selbst kontern konnte, spürte sie, dass der Sieg möglich war. Der Titel sei für sie ein sehr besonderer Moment: «Es ist mein erster Cross-Country-Elite-Titel. Ich darf nun ein Jahr lang mit dem Schweizer Meister-Kreuz auf der Brust fahren.»
Höhen und Herausforderungen
Lillo blickt auf eine Saison zurück, die seine Erwartungen deutlich übertroffen hat. Nach einem starken Start in die Elite-Kategorie im Vorjahr wollte er 2026 den nächsten Schritt Richtung Weltspitze machen. Mit mehreren Weltcup-Podestplätzen, einem ersten Weltcupsieg und konstanten Top-10-Resultaten ist ihm das eindrücklich gelungen. Ganz ohne Schwierigkeiten verlief die Saison jedoch nicht. Im April hatte Lillo mit einem Formtief zu kämpfen, nachdem die Vorbereitungsrennen noch vielversprechend gewesen waren. «Das war keine einfache Zeit. Umso schöner, dass die guten Resultate dann rechtzeitig zurückkamen», sagt er. Koller setzt sich bewusst keine grossen Resultatziele. Für sie steht die persönliche Weiterentwicklung im Vordergrund. «Ich arbeite daran, eine bessere Version meiner selbst zu werden – das misst sich nicht nur in Resultaten», erklärt sie. Dennoch war auch ihre Saison nicht frei von Rückschlägen: Der Weltcupauftakt in Südkorea sei vor allem mental eine Herausforderung gewesen. Die beiden Schweizer Meister erleben derzeit einen besonders dichten Rennkalender. Lillo trainiert in Vier-Tage-Blöcken mit drei Trainingstagen und einem Ruhetag und kommt dabei auf rund 20 Stunden pro Woche. Die grösste Herausforderung sei das Gleichgewicht zwischen Training und Erholung während der langen Weltcup-Blöcke. Bei Koller gibt es hingegen kaum eine typische Trainingswoche. «Und darüber bin ich froh, denn die Abwechslung hält mich mental frisch», sagt sie. Vor Rennen setzt sie vor allem auf ruhige Ausfahrten und gezielte Intensitätseinheiten.
Starke Auftritte an der Heim-EM
Auch die Heim-Europameisterschaft am Monte Tamaro im Tessin ist unterdessen abgeschlossen. Dario Lillo bewies seine starke Form mit der Bronzemedaille im Short Track, während ihn im Cross-Country ein platter Reifen früh zurückwarf und er am Ende Rang 14 belegte. Nicole Koller zeigte trotz eines Sturzes im Short Track Kampfgeist und wurde Sechste, ehe sie sich im Cross-Country mit einer starken zweiten Rennhälfte noch auf den hervorragenden vierten Rang vorarbeitete und das Podest nur knapp verpasste. Im Fokus stehen nun die Weltmeisterschaft sowie die verbleibenden Weltcup-Rennen.
shs
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