Cathrin Zimmermann
vom Tierheim Nesslau spricht über Tiere als Weihnachtsgeschenke.
Die Bienenfreunde am See sind ein Verein für Imker im Linthgebiet zwischen dem Zürichsee und dem Walensee. Der Verein bietet eine fundierte Grund- und Weiterbildung, betreibt einen Schau- und Lehrbienenstand und organisiert gemeinsame Aktivitäten.
Linthgebiet Am informativen Vormittag der Bienenfreunde am See, rund um Bienen, Imkerei und Natur, gab einen ersten Einblick in den beliebten Neuimkerkurs, der im nächsten Jahr erneut startet. Am Infotag erhielten Interessierte einen Überblick über die vielfältigen Arbeiten in der Imkerei, den zeitlichen Aufwand sowie die einmaligen und laufenden Kosten. Dani Rüegg, Berufsimker und Vereinspräsident aus Kaltbrunn, zeigt sich begeistert vom Interesse: «Die Themen Bienen und Biodiversität gewinnen stark an Bedeutung. Wir merken, dass immer mehr Menschen aktiv etwas beitragen möchten.» Gleichzeitig sei die Imkerei ein wertvoller Ausgleich zum oft hektischen Alltag.
Der Verein zählt rund 100 Mitglieder – Frauen und Männer im Alter von 10 bis 80 Jahren – die an knapp 200 Standorten etwa 1300 Bienenvölker betreuen. Menschen aus unterschiedlichsten Berufen finden hier zusammen: von Lehrpersonen über Handwerker bis zum Garagenbesitzer. «Man trifft Leute, denen man sonst nie über den Weg gelaufen wäre», so Rüegg. Ein Beispiel zeigt, wie generationenverbindend die Imkerei wirkt: Ein Oberstufenschüler, dessen Grossvater bereits imkert, fand über den Kurs den Weg zu den Bienenfreunden – und entpuppte sich prompt als einer der engagiertesten Neuimker. Besonderen Stolz hegen die Bienenfreunde am See auf ihren Schau- und Lehrbienenstand mit Wildbienengarten mitten im Wohngebiet von Kaltbrunn. Entstanden ist er dank der Georg-Steiner-Stiftung, die «etwas für die Natur» schaffen wollte – und dafür mit dem Verein einen fachkundigen Partner fand. Heute ist daraus weit mehr als ein Ort für Honigbienen geworden: Der Garten bietet Lebensraum für Bienen und andere Tiere, einen Kräutergarten und naturbelassene Bereiche. Zudem inspiriert er die Nachbarschaft: Immer mehr Anwohner gestalten ihre Gärten naturnah statt steril. Der Bienenstand ist frei zugänglich. Führungen und Anlässe werden gebucht. In diesem Jahr fanden rund 40 Veranstaltungen statt – darunter 20 Schulklassenbesuche mit etwa 250 Kindern, Weiterbildungen für Imker sowie Firmen- und Privatanlässe.
Im Februar 2026 startet wieder der Imkerkurs. Die zweijährige Ausbildung vermittelt im ersten Jahr das praktische Arbeiten am Bienenvolk sowie das erforderliche Fachwissen für den Start in die Imkerei. Im zweiten Jahr steht die Vertiefung und Weiterbildung im Vordergrund: Die Teilnehmenden vernetzen sich mit erfahrenen Imkerinnen und Imkern, werden aktiv in die Imkerschaft eingebunden und nehmen an geselligen Vereinsanlässen teil. Eine Anmeldung ist noch bis Ende Jahr möglich. Massgebend für die Vergabe der Plätze ist der Anmeldeeingang über die Website. Eine Teilnahme am Kurs sowie ein Beitritt in den Verein sei aus mehreren Gründen lohnend, wie Rüegg betont: Ob Fachaustausch, Kurse, Exkursionen oder das gesellige Beisammensein – im Jahresprogramm «reiht sich ein Highlight ans nächste.» So wurden dieses Jahr die Diplome der Neuimker bei einem gemütlichen Fondueabend verliehen. «Der Saal war voll, und es ging zu wie im Bienenhaus», beschreibt Rüegg die lebhafte Stimmung.
Mitglied zu werden ist bei den Bienenfreunden am See unkompliziert – ein Telefon, eine E-Mail oder ein persönliches Gespräch genügen. Wer im eigenen Garten etwas für Bienen tun möchte, kann mit Blumenwiesen, Sandhügeln und stehen gelassenen Stauden viel bewirken. Inspiration bietet der Wildbienengarten am Schau- und Lehrbienenstand. Weitere Informationen finden Sie online unter: www.bienenfreundeamsee.ch.
⋌shs
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