Celina Wasser
aus Benken möchte unbedingt zurück ins Swiss-Ski-Kader.
Mit dem Start von Kindergarten und Schule am 10. August beginnt auch in den Bibliotheken der Region eine besonders intensive Zeit. Sowohl die Bibliothek Uznach als auch die Städtli-Bibliothek Lichtensteig bereiten sich auf zahlreiche junge Besucherinnen und Besucher vor.
Schulstart Die Bibliothek Uznach hat extra eine Ecke mit verschiedenen Medien zum Schulstart eingerichtet. Weil viele Kinder in diesen Wochen ihre ersten Leseerfahrungen machen, sind vor allem Leselernbücher gefragt. «Wir bieten ein umfassendes Angebot von Erstlesebüchern an, darunter auch eine Vielzahl Bücher mit Grossbuchstaben, mit Silbenfärbung und solche, in denen Wörter durch ein Bild ersetzt werden», zählt Bibliotheksleiter Pascal Fricker auf. Die Bibliothek Uznach erfreue sich weiterhin grosser Beliebtheit. Die Nachfrage sei in den vergangenen Jahren nicht zurückgegangen, vielmehr seien die Besucherzahlen gestiegen. Gleichzeitig haben sich auch die Angebote verändert. «Es gibt heute mehr Begleitangebote und Veranstaltungen, um die Menschen anzusprechen», sagt Fricker. Dazu gehören auch verschiedene Angebote für Primarschulkinder. Kinder der zweiten und dritten Klasse, welche ihre Lesekompetenzen stärken möchten, können nach Anmeldung das Angebot «Lesepate» nutzen und das ganze Jahr hindurch einmal pro Woche mit einer freiwilligen Lesepatin oder einem Lesepaten üben. Weil die Kinder jeweils mit derselben Person lesen, entstehe mit der Zeit auch eine persönliche Beziehung. Zusätzlich besucht die Lesehündin Kayla regelmässig die Bibliothek. Kinder können ihr vorlesen, was besonders jenen helfe, die Hemmungen haben, vor anderen Menschen zu lesen. Für alle Altersklassen gibt es Bücher in verschiedenen Schwierigkeitsstufen, damit für alle etwas Passendes dabei ist. Ergänzt wird das Angebot durch die Anlässe «Bi-Ba-Buchstart» und «Bi-Ba-Buechzyt» für Kleinkinder und ihre Eltern. Spielerisch und mit allen Sinnen werden mit Reimen, Versen und Liedern Geschichten erzählt und dabei die Welt der Sprache entdeckt. Gleichzeitig erhalten Eltern Anregungen, wie sie ihre Kinder beim Lesen und in der Sprachentwicklung unterstützen können. Ältere Vorschulkinder können das Angebot «GschichteChischte» besuchen und tauchen dabei jeweils bei einer spannenden und interessanten Geschichte in die Welt der Fantasie ein. Ein besonderes Angebot in Uznach sind zudem mehrsprachige Bilderbücher. Damit möchte die Bibliothek Familien mit unterschiedlichen Sprach- und Kulturhintergründen ermutigen, Geschichten auch in ihrer Muttersprache vorzulesen. Gleichzeitig sollen damit Menschen erreicht werden, die sonst eher seltener den Weg in die Bibliothek finden.
Offene Bibliothek in Lichtensteig
Auch die Städtli-Bibliothek Lichtensteig bietet den Buchstart an, allerdings bisher nur zwei- bis dreimal pro Jahr. «Wir überlegen, das Angebot auszubauen, weil es auf sehr grosses Interesse stösst», sagt Bibliotheksleiterin Karin Baumgartner. Da die Bibliothek jedoch ohne feste Stellenprozente geführt werde, seien die personellen Kapazitäten begrenzt. Sehr beliebt seien auch Bücher mit Grossbuchstaben oder mit Bildern anstelle einzelner Wörter. Zusätzlich stehen sogenannte «Zuerst du, dann ich»-Bücher zur Verfügung, bei denen Eltern und Kinder abwechselnd vorlesen und so gemeinsam lesen üben können. Ein grosser Vorteil der Lichtensteiger Bibliothek ist das Open-Library-Konzept. Jugendliche ab 12 Jahren können mit einer ID zwischen 6 und 22 Uhr selbstständig das Gebäude betreten – auch ohne Bibliotheksabo. «Wir haben einige Studierende, die die ruhige Atmosphäre zum Lernen nutzen», sagt Kathrin Eisenring, die für den Bereich Schule zuständig ist. Ausserdem sind Kinderabos kostenlos, ebenso in Uznach. Dort können Kinder bis zum Ende der Schulzeit gratis ein Abo nutzen. «Dadurch haben alle Uzner Kinder die gleiche Ausgangslage», betont Fricker.
Bibliothek und Schule arbeiten zusammen
Ein weiterer Schwerpunkt ist in beiden Bibliotheken die enge Zusammenarbeit mit den Schulen. In Uznach besuchen Klassen die Bibliothek regelmässig vom Kindergarten bis zur Oberstufe. Die Kinder erhalten spielerische bibliothekarische Inputs, lösen dabei Suchaufträge oder küren beim «Buchcasting» gemeinsam ihr Lieblingsbuch. In der Oberstufe lernen die Jugendlichen zudem, wie sie gezielt nach Büchern und Informationen suchen. Lehrpersonen können ausserdem thematische Medienkisten ausleihen. In Lichtensteig kommen Unterstufenklassen monatlich, Mittelstufenklassen alle zwei Monate vorbei. «Unser Ziel ist es auch, Kinder zu erreichen, die sonst kaum in die Bibliothek kämen, und ihnen den Ort vertraut zu machen», erklärt Baumgartner. Für interessierte Schülerinnen und Schüler der Mittelstufe bieten sie zusätzlich das Generationengespräch an. Dabei lesen Kinder und freiwillige Seniorinnen und Senioren dieselben drei Bücher und tauschen sich anschliessend darüber aus. Gemeinsam wird am Ende das beste Buch gewählt. «Es ist immer spannend zu sehen, wo die verschiedenen Generationen gleicher Meinung sind, und wo nicht», erzählt Eisenring.
Bibliotheken als lebendige Treffpunkte
Trotz Digitalisierung sehen beide Bibliotheken das Lesen weiterhin als zentral für die Entwicklung von Kindern. Fricker betont, digitale Inhalte würden oft passiv konsumiert, während Bücher aktives Mitdenken fördern. Gemeinsames Anschauen, Erzählen und Vorlesen von Büchern und Geschichten seien wichtige Grundlagen für die Sprachentwicklung. Für die Zukunft wünschen sich beide Bibliotheken vor allem, dass sie weiterhin als lebendige Treffpunkte wahrgenommen werden. In Uznach soll die Bibliothek noch stärker ein Ort werden, an dem Menschen auch ohne Ausleihe Zeit verbringen. In Lichtensteig zeigt man sich nach dem Umzug ins Städtli und der Einführung der Open Library zufrieden: Sie konnten zahlreiche Neukundinnen und -kunden gewinnen.
shs
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