Anna-Catrina Walt
übernimmt neu das Präsidentenamt des Sportvereins Wildhaus - Alt St.Johann.
Mitten im Städtli ist neues Leben eingezogen: Seit dem 1. Februar steht das Familienzentrum Uznach Familien mit Kindern von null bis fünf Jahren offen. Am Tag der offenen Tür vom 11. Februar nutzten zahlreiche Interessierte die Gelegenheit, die neuen Räumlichkeiten kennenzulernen und mit den Verantwortlichen ins Gespräch zu kommen.
Uznach Das Familienzentrum vereint verschiedene Angebote unter einem Dach – von der Fachstelle Frühe Förderung über die Mütter- und Väterberatung Linthgebiet bis hin zu Angeboten des Vereins «Uzner Familien» und dem neuen Förderprogramm «Storchennest». Ziel ist es, Familien frühzeitig zu unterstützen und Kindern einen optimalen Start ins Leben zu ermöglichen. Die Idee zur Errichtung eines Familienzentrums entstand nicht aufgrund konkreter Anfragen aus der Bevölkerung, sondern aus Beobachtungen von Fachpersonen. Kinderärzte und Kindergärten stellten in den vergangenen Jahren vermehrt fest, dass die Kleinen beim Eintritt in den Kindergarten häufiger Defizite aufweisen – etwa beim Umgang mit der Schere oder bei der Selbstständigkeit im Alltag.
«Die ersten Lebensjahre sind prägend für das gesamte weitere Leben», betonen Vize-Gemeinde-präsidentin Isabelle Kuster und Gemeinderat Sandro Greuter. Mit geringem Aufwand könne in dieser Phase viel bewirkt werden. Ziel sei es, Probleme gar nicht erst entstehen zu lassen. Gleichzeitig war ein Familienzentrum auch ein Anliegen des Vereins «Uzner Familien». Förderung und Begegnung, so die Überzeugung der Verantwortlichen, funktionierten am besten in Kombination. Das Zentrum soll deshalb nicht nur Unterstützung bieten, sondern auch ein Ort desZusammenkommens und des Austauschs sein. Die politische Gemeinde Uznach trägt dabei die Verantwortung für die organisatorischen und finanziellen Rahmenbedingungen. «Unsere Aufgabe ist es, die richtigen Fachpersonen zu finden und die Finanzierung sicherzustellen», erklären Kuster und Greuter. Die inhaltliche Arbeit liege dann in den Händen der Fachstellen.
Zu den etablierten Angeboten zählt etwa der «Krabbelplausch», der bereits rege genutzt wird. Neu hinzugekommen ist das Angebot «Storchennest», das sich gezielt an Familien richtet, die besondere Unterstützung benötigen. Gemeinsam mit den Eltern werden spielerische Übungen erarbeitet, die sie zuhause mit ihren Kindern weiterführen können. Eine der grössten Herausforderungen bestehe darin, hierfür die richtigen Familien zu erreichen, erklären Kuster und Greuter. Sie vergleichen die Situation mit einem Ampelsystem: Grün steht für Familien, bei denen alles gut läuft – sie nehmen Angebote häufig von sich aus wahr. Rot bezeichnet Familien mit klar ausgewiesenem Hilfebedarf, die beispielsweise über die Sozialhilfe ans Zentrumverwiesen werden. Gelb hingegen umfasst jene Familien dazwischen – sie sind besonders schwierig zu erreichen, obwohl gerade sie von präventiven Angeboten profitieren könnten. «Man kann niemanden zwingen, Unterstützung anzunehmen», so die Verantwortlichen. Deshalb sei es wichtig, Vertrauen aufzubauen und niederschwellige Angebote zu schaffen. Die Unterstützung richte sich dabei nicht nur an die Kinder, sondern in hohem Masse auch an die Eltern.
Petra Erne-Bejol von der Fachstelle Frühe Förderung betont die Be-deutung eines starken Netzwerks. Die Zusammenarbeit mit Kinderärzten, Gynäkologen und weiteren Fachstellen wird gezielt ausgebaut. Diese sollen Familien auf das neue Angebot aufmerksam machenWeitere Anlässe könnten hilfreich sein, um Hemmschwellen abzubauen. Dennoch bleibe es eine Herausforderung, jene Personen zu erreichen, welche die Unterstützung am dringendsten benötigen. «Die Ressourcen sind da, jetzt brauchen wir nur noch die richtigen Familien», sagt Erne-Bejol.
Langfristig sollen Familien frühzeitig erreicht werden und die Brücke zwischen offenen Begegnungsangeboten wie Krabbelgruppen oder MuKi- sowie VaKi-Turnen undpräventiven Beratungsangeboten weiterausgebaut werden. Die Bündelung aller Angebote an einem Ort wird als grosse Chance gesehen. Mit dem neuen Familienzentrum setzt Uznach ein klares Zeichen für Chancengerechtigkeit und Prävention.
⋌shs
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