Cathrin Zimmermann
vom Tierheim Nesslau spricht über Tiere als Weihnachtsgeschenke.
Nach einer intensiven Bikesaison blicken Nicole Koller und Dario Lillo mit Stolz, aber auch mit kritischem Blick zurück. Die beiden haben Höhen und Tiefen erlebt – von Podestplätzen und EM-Medaillen bis zu verpassten Chancen bei der Heim-WM. Koller und Lillo über ihre persönlichen Highlights, die Bedeutung ihres Vereins, ihre Pläne für die Saisonpause und sportlichen Ziele für 2026.
Nicole Koller und Dario Lillo, wie fällt Ihr persönliches Fazit zur Saison 2025 aus – was waren die grössten Highlights?
Nicole Koller: Ich hatte einen starken Saisonauftakt, worüber ich selbst überrascht war. Mehrmals auf dem Podium zu stehen und eine EM-Medaille zu gewinnen, war natürlich ein riesiges Highlight.Und der Weltcup auf der Lenzerheide ist ohnehin immer speziell – die Stimmung dort ist einfach einzigartig.
Dario Lillo: Für mich war es eine coole Saison mit einigen Hochs und Tiefs. Es war mein erstes Jahr in der Elite, da musste ich mich erst zurechtfinden. Mein Ziel war, im Weltcup in die Top 15 zu fahren. Das ist mir mehrmals gelungen, worauf ich sehr stolz bin. Auch für mich war die Lenzerheide etwas Besonderes. Das Gefühl, wenn dich alle kennen und mit deinem Namen anfeuern, ist unbeschreiblich – das gibt er nirgendwo anders.
Nicole Koller: Nach meinem guten Start hätte ich mir gewünscht, gegen Saisonende nochmals einen Leistungshöhepunkt zu erreichen. Das ist mir leider nicht gelungen. Die Heim-WM in Crans-Montana lief zwar gut, aber auf der Lenzerheide verlief es nicht wie erhofft.
Dario Lillo: Ich hatte mir vorgenommen, mich für das Hauptrennen an der WM in Crans-Montana zu qualifizieren, aber das hat leider nicht geklappt. Das war schon enttäuschend.
Sie sind beide im Veloclub Eschenbach. Wie wichtig ist Ihnen die Unterstützung aus dem Verein und dem Umfeld?
Nicole Koller: In unserer jetzigen Phase sind wir natürlich hauptsächlich auf unsere Profi-Teams angewiesen. Aber der VC Eschenbach war gerade in den ersten Jahren eine grosse Stütze. Und es bedeutet mir viel, dass immer noch viele Vereinsmitglieder auf der Lenzerheide an der Strecke stehen. Diese mentale Unterstützung ist unbezahlbar.
Dario Lillo: Ich bin durch den VC Eschenbach überhaupt erst zum Velofahren gekommen. Mein erstes Rennen wurde sogar vom Verein organisiert. Deshalb ist es immer wieder schön, die Mitglieder bei einem Rennen am Strassenrand zu treffen.
Wie gestalten Sie aktuell Ihre Saisonpause? Bleibt Zeit zum Abschalten oder steht schon wieder Training an?
Nicole Koller: Nach dem letzten Rennen erledige ich zuerst all die Termine, für die während der Saison keine Zeit bleibt. Danach nehme ich mir eine gut zweiwöchige Velo-Auszeit, in der ich andere Dinge, wie Wandern oder Joggen, unternehme. Seit Mitte November bin ich wieder im intensivem Training.
Dario Lillo: Ich reiste nach Nepal – natürlich kam das Velo mit. Dort konnte ich das Velofahren einfach geniessen, ohne auf Wattzahlen oder Zeiten zu achten. Jetzt mache ich auch etwa zwei Wochen komplett Pause, bevor es im Dezember mit dem Training für die neue Saison losgeht.
Bezüglich der nächsten Saison: Was sind Ihre sportlichen Ziele und Wünsche für 2026?
Nicole Koller: Die Weltcups sind für mich immer das Grösste. Besonders freue ich mich auf die Heim-EM im Tessin und natürlich wieder auf die Lenzerheide. Mein Traum wäre, in der Weltcup-Gesamtwertung ganz vorne mitzumischen – dafür braucht es viel Konstanz.
Dario Lillo: Die EM, WM und die Lenzerheide sind wichtige Rennen, an denen ich gute Resultate erzielen möchte. Ein weiteres Ziel ist eine Top 10-Platzierung im Cross-Country.
Nicole Koller, Sie haben in Brasilien Ihr erstes Weltcup-Podest erreicht. Was war das Rezept?
Nicole Koller: Ein richtiges Erfolgsrezept hatte ich nicht. Ich bin ohne grosse Erwartungen angetreten und wollte einfach schauen, was passiert. Ich glaube, genau diese Lockerheit war entscheidend.
Und wie gehen Sie mit diesen Erfolgen um – wächst damit auch der Druck?
Nicole Koller: Den Druck habe ich mir vor allem selbst gemacht, wodurch ich auch meine Lockerheit etwas verlor. Nach Brasilien wollte ich unbedingt meine Top-Platzierung halten und habe den Fokus zu stark auf das Resultat gelegt, statt jedes Rennen für sich zu sehen. Erst als ich das wieder ändern konnte, wurde es besser.
Dario Lillo, Ihr vierter Rang im Short Track Weltcup in Lake Placid war ein starkes Ausrufezeichen. Was hat in diesem Rennen besonders gut funktioniert?
Dario Lillo: Ich hatte zwar einen schlechten Start, fühlte mich aber sehr fit. Als die Ersten etwas nachliessen, konnte ich aufholen und meine Position halten. Beim Short Track muss einfach alles zusammenpassen – Form, Instinkt und auch ein bisschen Glück.
Sie haben gezeigt, dass Sie nicht nur im Short Track, sondern auch in anderen Disziplinen wie beispielsweise im Marathon, konkurrenzfähig sind. In welcher Kategorie sehen Sie sich langfristig?
Dario Lillo: Mein Fokus liegt ganz klar auf dem Cross-Country-Weltcup. Dort will ich mich etablieren – alles andere ist für mich eine willkommene Ergänzung.
⋌Shannon Senn
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