Werner Knaus
freut sich als Co-OK-Präsident des Bergrennens Hemberg auf die 13. Ausgabe.
Auf einer Fläche von anderthalb Hektar hat Winzer Robert Irsslinger rund viertausend Rebstöcke beim Kloster St.Otmarsberg in Uznach gepflanzt.
Uznach Entgegen dem rückläufigen Trend beim Weinkonsum setzt der innovative Winzer dabei unter anderem auf die Pflanzung von mehltauresistenten Sorten, sogenannten PIWIs, und naturnahe Ausgleichsflächen. Irsslinger nutzte die Chance auf eine Erweiterung der Anbaufläche gleich oberhalb des bereits bestehenden Rebbergs am Otmarsberg. Die Nachfrage nach seinen selbst gekelterten Weinen ist gross, und deshalb wollte er die Chance auf eine Vergrösserung von bisher vier auf fünf Hektare, verteilt auf die drei Standorte (Wangen/Nuolen, Uznach und Altendorf) unbedingt nutzen. Die Gesamtfläche des neuen Uzner-Rebbergs beträgt anderthalb Hektar; davon wurde aber nur ein Hektar bestückt. Die Rebstöcke wurden bewusst so gesetzt, dass sie einerseits rationeller bewirtschaftet werden können und andererseits namhafte naturnahe Zwischenräume entstehen. In diesen will Irsslinger ökologische Ausgleichmassnahmen, wie Holztürme und Steinhaufen für Kleinlebewesen, sowie Hochstammbäume für Steinobst und Kräuterpflanzungen, umsetzen. Ziel ist es, mit der Zeit einen eigentlichen Agroforst mit hoher natürlicher Diversität zu erhalten.
In den zwei Pflanzphasen wurden die Sorten Sauvignon-Blanc, Johanniter, Souvignier-Gris (alle weiss)sowie die rote Traube Satin-Noir gesetzt. Drei dieser vier Sorten sind PIWI, also pilzwiderstandsfähige Sorten, wodurch der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln um bis zu 80 Prozent reduziert werden kann. In den ersten zwei Jahren gelten alle Anstrengungen im Weinberg dem Wachstum der Rebstöcke und nicht einem Ertrag. Dieser fällt ab dem dritten Jahr an; dann werden erstmals die Trauben von den neuen Rebstöcken geerntet.
Die seit drei Jahren besehenden Wetterstationen bestätigen eine starke Zunahme der Sonneneinstrahlung und erhöhte Temperaturen. Wärmeliebende Sorten wie Merlot profitieren davon, andere nicht. Das Irsslinger-Team hält den Auswirkungen von Hitze und Trockenheit mit einer angepassten Bodenbearbeitung entgegen. So mit dem Einarbeiten von Grünmaterial, dem Ausbringen von Mikroorganismen und Pilzen im Boden - immer mit dem Fokus auf guten Humus im Boden. Das verbessert die Sickerfähigkeit und damit die Bodenfeuchtigkeit und fördert willkommene Nützlinge im Weinberg. Übrigens: eine Rebenwurzel kann bis zu acht Meter in die Tiefe reichen.
Ein Wein wird nicht nur durch die Traubensorte und das angestammte «Terroir» geprägt, sondern eben auch, und ganz besonders, durch das saisonale Wetter von der Blüte bis zur Ernte. So können sich von Jahr zu Jahr beim selben Wein unterschiedliche geschmackliche Eigenschaften ergeben. Diese sollen durchaus ihren Platz haben, so die Philosophie von Robert Irsslinger, der sich auch immer für Neues begeistern kann. So zum Beispiel für einen erstmals produzierten Rosé-Schaumwein, ein derzeit am Markt speziell vom jüngeren Publikum gefragtes Produkt. ⋌pd
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