Raphael Gygax
ist der OK-Präsident des "The Little Big Festival" in Lichtensteig.
Barbara Soreia Wojak
Ich wurde gefragt, warum ich das öffentlich mache. Ob das nicht privat ist. Und ganz ehrlich: Genau das ist das Leben. So viele erzählen nach aussen ihre perfekte Geschichte. Und innen wissen sie längst, dass es nicht mehr stimmt, wahrscheinlich schon länger nicht mehr. Ich mache das aus einem bestimmten Grund öffentlich. Ich erzähle über mein Leben, weil ich dir Mut machen möchte, hinzuschauen. Genau da hinzuschauen, wo es vielleicht schon lange den Popo-Alarm gibt. Radlerhose hin oder her. Vielleicht sitzt du noch immer hinten drauf oder bist schon mitten im Popo-Alarm und hältst einfach nur durch. Dann stell dir eine einfache Frage: Fährst du dein Leben – oder fährst du nur mit? Weil es sich so gehört. Weil man das eben so macht. Oder weil der Schmerz noch nicht gross genug ist und die Radlerhose dir zwischendurch noch ein bisschen Halt gibt. Das Leben ist eine Reise. Pannen gehören dazu. Genauso wie Auseinandersetzungen und Herausforderungen. Es läuft selten so, wie man es sich vorstellt. Manchmal gehen Dinge kaputt, damit etwas anderes überhaupt erst funktionieren kann. Etwas wird ersetzt. Plötzlich läuft es danach anders. Vielleicht besser oder einfacher und ehrlicher. Ui! Ganz ehrlich: Manchmal passt es nicht mehr. Game Over. Genau darin liegt der Punkt: Du kannst etwas erneuern. Du kannst etwas austauschen, aber du wirst nie wieder genau derselbe sein. Dieses Funktionieren, dieses Sich-Anpassen, dieses «ich muss dazugehören», egal wie es sich anfühlt, lässt dich auf Dauer wie ein kaputtes Schaltkreuz sein. Kaputt ist kaputt. Da kannst du nichts mehr reparieren. Das kannst du nur ersetzen. Und genau da beginnt die Ehrlichkeit. Ich habe mein Leben irgendwann als Reise betrachtet. Nicht von Anfang an – das darf ich ehrlich sagen. Es ist auch nicht immer einfach, Dinge loszulassen, neu anzufangen. Meine Reise ist weitergegangen. Manchmal leichter, manchmal komplizierter. Heute weiss ich: Sie ist offener geworden, freier, ehrlicher und vor allen Dingen echter. Auch wenn etwas zu Ende geht, weiss ich ganz genau, dass es immer so zu Ende gegangen ist, wie es schlichtweg zu Ende gehen musste. Und genau darin liegt das Geschenk. Was wäre, wenn es keine Schuld gäbe? Was wäre, wenn dein Leben sich genauso entfalten darf, wie es deinem innersten Kern entspricht? Was wäre, wenn genau das eine neue Möglichkeit für dich ist?
Barbara Soreia Wojak , Mentorin für Selbstermächtigung und innere Führung
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