Raphael Gygax
ist der OK-Präsident des "The Little Big Festival" in Lichtensteig.
Die Thur in Wattwil soll nach links ins Wies- und Ackerland verbreitert werden.
Die St.Galler Regierung will eine «Biodiversitätsstrategie 2026 – 2033». Ein Papiertiger mit 48 Seiten. Die Verweise umfassen Hunderte weitere Seiten. Deren Umsetzung kostet den Kanton 650'000 Franken Steuergeld, 1.5 neue Kantonsangestellte und bringt Zehntausende Stunden Bürokratiearbeit in den 75 Gemeinden. Für die St.Galler Land- und Forstwirtschaft hat diese Biodiversitätsstrategie 2026 bis 2033 massive Auswirkungen: Erstens werden alle Pächter von Böden des Kantons über neue Pachtverträge und mehr Ökologie gezwungen. Zweitens sollen Wiesen und Wälder mit Stauungen oder der Zerstörung der Drainage-Rohre vernässt werden. Ziel sind «alternative Nutzungen», also Brachland statt Wiese und Sumpf statt Acker. Mehr stehendes Wasser heisst mehr Mücken und mehr Seuchen für Mensch und Tier. Ein Blick in den Kanton Zürich zeigt, wohin es geht: Über 1300 Hektaren Ackerland werden zu Moorflächen. Auf «Tele-Züri» und im «Tages-Anzeiger» protestieren die Landwirte zu Recht heftig. Tragisch ist, dass durch diese Biodiversitäts-Bürokratie in der Kantonsverwaltung gegeneinander gearbeitet wird: Das Volkswirtschaftsdepartement will neu mehr Gewässer beschatten, um sie zu kühlen. Dafür wurde 2022 für 40'000 Franken für jeden Bach und Fluss eine Beschattungskarte erarbeitetet (im Geoportal einsehbar). Jetzt sollen jährlich 50'000 Franken fliessen, damit entlang von Gewässern mehr Bäume und Büsche gepflanzt werden. Gleichzeitig will das Baudepartement bei der Thursanierung in Wattwil 220 Bäume (vor allem grosse alte) fällen. Zudem werden 6.3 Hektaren beste Wiesen und Äcker mit dem Bagger zerstört, damit die Thur 40 Meter breiter wird. Die fehlenden Allee-Bäume und die entstehenden Kieswüsten erhöhen die Wassertemperatur. Kosten für diesen Unsinn: 129 Millionen Franken. Die St.Galler Regierung will einerseits eine 10-Millionen-Schweiz. Auf der anderen Seite soll maximale Biodiversität oberstes Ziel sein. Grosse Verlierer dazwischen sind die St.Galler Bauernfamilien und die einheimische Lebensmittelproduktion.
Christian Vogel, Kantonsrat SVP, Dietfurt
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