Sina Ziegler
aus Kaltbrunn absolvierte ihre erste Langdistanz am Ironman Switzerland in Thun.
«Kantonsräte verlangen Klarheit», Toggenburger Zeitung, 18. Juni.
Seit zehn Jahren beobachte ich die Thur in der Schomatten jeden Morgen bei einem Blick aus dem Küchenfenster. Wir hatten bei Starkregen schon oft viel Wasser. Aber gerade in den Sommermonaten führt die Thur sehr wenig Wasser. Oftmals sieht man sie kaum noch fliessen. Da mache ich mir schon Gedanken, weshalb der Kanton die Thur oberhalb des Dorfes im Rickenhof und unterhalb des Dorfes in der Schomatten und im Flooz um 40 Meter verbreitern will. Mit dieser Verbreiterung in die Felder und Wiesen steigt die Wassertemperatur massiv an. Die vielen Steine geben Wärme ab, und das Wasser ist der Sonne noch stärker ausgesetzt. Mit der Fällung der 200 prächtigsten Alleebäume und der Verbreiterung werden die Fische den Temperaturanstieg definitiv nicht überleben. Danach sollen mit unseren Steuergeldern Wurzelstöcke und künstliche Tiefwasserzonen eingebaut werden, damit die Fische kühlere Rückzugsorte finden. Doch daran bleiben später wiederum Holz und Kies hängen. Der Hochwasserschutz ist damit dahin. Insgesamt ist das ein teurer Versuch, ein Problem zu lösen, das man zuvor selbst geschaffen hat. Jeder, der in den letzten Tagen bei dieser Hitze die Thur beobachtet hat, kann diese Thur-Verbreiterung nicht gutheissen. Von den über 129 Millionen Franken, welche die Thursanierung an Steuergeldern von Wattwil und dem Kanton verschlingt, habe ich noch gar nicht gesprochen. Die Folgekosten für das Entfernen des liegengebliebenen Kieses jedes Jahr sind nicht eingerechnet. An anderen Flüssen und Bächen wird empfohlen, die Bachborde nicht zu mähen und Bäume zu pflanzen. Aus meiner Sicht wäre es sinnvoller, eine sanfte Korrektur vorzunehmen, die Ufer wieder zu verbauen und die Sohle zu stabilisieren. Als Anwohner sind wir dankbar, dass die IG Vernünftige Thursanierung sowie die Kantonsräte Ruben Schuler und Christian Vogel bei der Thursanierung Fragen stellen und Ideen bringen. Hochwasser wird der Mensch nie verhindern können. Aber ein 129-Millionen-Thermalbad für Fische ist keine Lösung.
Anita Aemisegger, Wattwil, Jakob Roth, Ebnat-Kappel
Lade Fotos..