Celina Wasser
aus Benken möchte unbedingt zurück ins Swiss-Ski-Kader.
«Wir haben doch schon einmal darüber abgestimmt.» Diesen Satz hört man in der Diskussion um den Dorfplatz immer wieder. Für mich ist das jedoch kein stichhaltiges Argument. Ein demokratischer Entscheid ist selbstverständlich zu respektieren – aber er muss deshalb nicht für alle Zeiten unveränderbar sein. Gerade unsere Demokratie lebt davon, dass politische Entscheide nach einer gewissen Zeit neu beurteilt werden können. Sonst könnte man sich auch fragen, weshalb wir unsere politischen Vertreter alle vier Jahre neu wählen. Der Grund liegt auf der Hand: Rahmenbedingungen verändern sich, neue Erkenntnisse kommen hinzu, Prioritäten verschieben sich und auch die Meinung der Bevölkerung kann sich weiterentwickeln.
Dass in Schmerikon ein Bedürfnis nach einer erneuten Beurteilung besteht, zeigt auch die Initiative selbst. Für ihr Zustandekommen wären 240 gültige Unterschriften nötig gewesen. Tatsächlich kamen 646 gültige Unterschriften zusammen – deutlich mehr als erforderlich. Jeder Demokrat sollte das ernst nehmen. Auch die Schweizer Geschichte zeigt, dass wichtige politische Fragen durchaus mehrmals vors Volk kommen können. Das Frauenstimmrecht wurde 1959 auf Bundesebene zunächst abgelehnt. 1971 stimmte die Bevölkerung erneut darüber ab und entschied anders. Ähnlich war es beim UNO-Beitritt: 1986 sagte die Schweiz Nein, 2002 fand die Vorlage eine Mehrheit. Niemand würde deshalb behaupten, dass die Demokratie durch die erneute Abstimmung geschwächt wurde.
Deshalb überzeugt mich der Einwand «Wir haben bereits darüber abgestimmt» nicht. Wer weiterhin hinter dem bisherigen Projekt steht, soll seine Argumente dafür vorbringen. Ebenso sollten aber auch jene Argumente ernst genommen werden, die heute zu einer anderen Beurteilung führen. Am 27. September liegt der Entscheid nochmals bei der Bevölkerung von Schmerikon. Ich werde aus Überzeugung ein Ja zur Initiative Zentrumsgestaltung einlegen.
Mihajlo Mrakic, Schmerikon
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